Hallenbad, Rettungswache, Kurhaus und Co

Das planen Königswinter und Bad Honnef für 2019

Siebengebirge. Die beiden Siebengebirgskommunen bauen ein neues Hallenbad, eine neue Rettungswache und sanieren das Kurhaus. Auf der Insel Grafenwerth soll investiert werden. Kommt außerdem das zentrale Rathaus?

2019 wird ein teures Jahr. Zahlreiche Projekte dulden keinen Aufschub. Im Jahr vor der Kommunalwahl 2020 stehen für die Ortspolitiker erneut wichtige Weichenstellungen an – und damit auch für die Bürger in Königswinter und Bad Honnef.

Kommunalfinanzen: Zu Beginn des Jahres entscheiden die Stadträte über die kommunalen Haushalte. Die gute Nachricht in Bad Honnef 2018 lautete: Das Haushaltssicherungskonzept konnte verlassen werden. Die Stadt entscheidet wieder selbst über Investitionen, der Investitionsdeckel ist weg. Für den kommenden Doppelhaushalt wird es wieder knapper, mit einem Defizit in der Planung von rund 400.000 Euro für 2019 und knapp einer Million Überschuss für 2020. Ohne Schulden, dann für Investitionen, wird's nicht gehen: Eine Bestandsaufnahme ergab einen Sanierungsstau in Honnef in Höhe von gut 100 Millionen Euro, 1,7 Millionen Euro etwa alleine für die Grafenwerther Brücke und beachtliche 39 Millionen für die Straßen.

In Königswinter gelingt nach einem satten Überschuss von rund zwei Millionen Euro 2018 der strukturelle Ausgleich im neuen Jahr nicht. Im Haushaltsentwurf ging Kämmerer Dirk Käsbach von einem Defizit von 2,5 Millionen Euro aus. Für 2020 rechnet er dann allerdings schon wieder mit einem Überschuss von knapp 1,4 Millionen Euro. Auch auf der anderen Seite des Drachenfels stehen mit dem Neubau des Hallenbades und der benachbarten Kita sowie der Rettungswache in Oberpleis und der Neugestaltung des Niederdollendorfer Rheinufers große Projekte an. Der Doppelhaushalt 2019/20 wird Ende Januar verabschiedet.

Kurhaus Bad Honnef: Gelder für einige unaufschiebbare Investitionen hat der Bad Honnefer Stadtrat per Dringlichkeitsentscheidung schon vor dem Haushaltsbeschluss, der im Februar erfolgen soll, freigegeben. Der dickste Batzen: das Kurhaus. Nach Sicherungsarbeiten steht nun die Generalsanierung an. Dafür muss der Kursaal nach Karneval allerdings für mindestens ein Jahr gesperrt werden. 6,3 Millionen Euro, so lautet die Kostenschätzung, wird die Generalsanierung verschlingen.

Hallenbad Königswinter: Nach den Planungen des Projektsteuerers und des Architekten soll im September oder Oktober 2019 mit dem Rückbau des alten Hallenbades, das Paul Lemmerz der Stadt 1978 geschenkt hatte, begonnen werden. Im Mai 2021 soll der Neubau an gleicher Stelle dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Planer gehen davon aus, dass der Kostenrahmen von 9,6 Millionen Euro eingehalten werden kann.

Das gilt auch für die 3,1 Millionen Euro teure benachbarte viergruppige Kita, die mithelfen soll, den großen Bedarf an Betreuungsplätzen in der Stadt zu decken. Durch den Supersommer 2018 sind die Chancen für den Erhalt des Lemmerz-Freibades, das ebenfalls ein Geschenk der Familie Lemmerz aus dem Jahr 1953 ist, sicherlich gestiegen. Zunächst einmal wird in diesem Jahr Geld investiert, um zusätzliche Duschen zu installieren und die Heizung in den Umkleiden zu ertüchtigen, damit 2020 der Schwimmunterricht der Schulen möglichst von den Osterferien bis Ende September im Freibad stattfinden kann.

Zentrales Rathaus: In Königswinter könnte 2019 eine Entscheidung fallen, ob ein zentrales Rathaus – im Gespräch ist eine Investition von 24 Millionen Euro – gebaut wird oder die Altstandorte für die kommenden 20 bis 30 Jahre ertüchtigt werden. Bevor darüber abgestimmt wird, soll der Blick jedoch in die Zukunft gehen. Geklärt werden soll, wie Arbeitsprozesse künftig aussehen, das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter gestaltet und der Bürgerservice in der Stadt verbessert werden kann. Ein externer Dienstleister soll bisherige Abläufe und Arbeitsprozesse analysieren. Auf dieser Basis wird dann ein Anforderungsprofil für das Raum- und Arbeitsumgebungskonzept eines Rathauses erstellt werden.

Straßenbau, Schulen & Co.: 2,8 Millionen Euro gab der Bad Honnefer Stadtrat vorzeitig für Projekte im Straßenbau, so am Frankenweg, am Rheingoldweg und an der Bungertstraße, frei. Fortlaufende Baustellen sind zudem das Rathaus und die Schulen wie das Siebengebirgsgymnasium. Hiobsbotschaft aus jüngerer Zeit: Große Teile des Feuerschlösschens, das unter anderem für „Sibi plus“ und für Unterrichtsstunden genutzt wird, mussten mit sofortiger Wirkung gesperrt werden. Das Hauptthema ist der Brandschutz.

500.000 Euro wurden für das Begegnungshaus Aegidienberg per Dringlichkeit freigegeben; auch dieses Projekt ist öffentlich gefördert mit rund 70 Prozent der Gesamtkosten. In Königswinter werden jährlich 300.000 Euro in den Ausbau und die Sanierung von Radwegen sowie in diesem und dem nächsten Jahr eine Million Euro in den Lückenschluss des Rheinradweges investiert. In den kommenden beiden Jahren fließen mehr als eine Million Euro in die „alten“ Grundschulen in Königswinter, Oberdollendorf, Niederdollendorf und Ittenbach. Die Offenen Ganztagsschulen in Oberpleis, Eudenbach und Niederdollendorf werden wegen der weiter steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für rund eine Million Euro erweitert.

Insel Grafenwerth: Auch auf der Insel wird investiert werden. Wie berichtet, sollen in den kommenden Jahren rund 3,3 Millionen Euro aufgewendet werden, um das Eiland noch attraktiver zu machen. Zwei Millionen Euro fließen als Förderung aus dem Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“. Mitte des Jahres soll es losgehen. Die Pläne, auch Grundlage des erfolgreichen Förderantrages, sehen eine Aufwertung der Wegebeziehungen und der Uferbereiche vor. In diesem Zusammenhang zu sehen ist die Neuverpachtung des Inselcafés Anfang 2019. Die Vertragsverhandlungen stehen vor dem Abschluss.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept: Die Insel Grafenwerth ist auch Teil eines riesigen Paketes, für das die Ratsmehrheit grünes Licht gab. Das Integrierte Handlungskonzept Stadterneuerung Innenstadt/Rheinufer/Rhöndorf, kurz InHK, ist das erste vertiefende Modul im Rahmen des laufenden Stadtentwicklungsprozesses für Bad Honnef und beinhaltet Module von der Rheinufergestaltung über Verbesserungen in der Innenstadt bis zu Barrierefreiheit am Rhöndorfer Bahnhof und einer verbesserten Anbindung der City an den Rhein.

Das InHK ist eine Richtschnur für nachhaltige Stadtentwicklung. Zudem ist es die Voraussetzung für Fördermittel, die jeweils beantragt werden können – wie eben erfolgreich schon für Grafenwerth. Auch in Königswinter gibt es eine umfangreiche Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek). Die Stadt hat den Prozess wie Bad Honnef ins Leben gerufen, um die Menschen frühzeitig einzubinden.

Es geht darum, die Entwicklung für die nächsten 20 bis 30 Jahre professionell vorzubereiten und strategisch auszurichten. Die Politik hat beschlossen, eine Verkehrsuntersuchung für Königswinter in Auftrag zu geben. Die umfangreiche Expertise soll in diesem Jahr vorliegen. Dem wird sich möglicherweise ein Verkehrsentwicklungsplan anschließen.