Drachenfels in Königswinter

BUND will den oberen Eselsweg für immer schließen

Wegen Steinschlagsgefahr ist der Eselspfad am Drachenfels gesperrt.

Wegen Steinschlagsgefahr ist der Eselspfad am Drachenfels gesperrt.

Königswinter. Aufgrund von akuter Steinschlaggefahr ist der obere Eselsweg seit Donnerstag gesperrt. Anlass für den BUND, erneut die endgültige Stilllegung des beliebten Wanderwegs am Drachenfels zu fordern.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Rhein-Sieg fordert einen Verzicht auf den oberen Eselsweg zum Drachenfels. Nach seiner Vorstellung sollte die von der Bezirksregierung am Donnerstag verhängte Sperrung des Weges wegen akuter Steinschlaggefahr, die von einem Fels unterhalb der Burgruine ausgeht, zu einer Dauerlösung werden.

„Was ist wichtiger, der obere Eselsweg oder die weithin sichtbare Burgruine Drachenfels?“, fragt Franz-Friedrich Rohmer vom BUND. Bereits nach den letzten Felsabbrüchen vor wenigen Jahren sei eine alternative Wegeführung von Schloss Drachenburg über die Wiese am Burghof zur Bergstation der Dachenfelsbahn getestet und von den Besuchern angenommen worden. Diese Wegeführung biete vom oberen Teil der Burghofwiese aus einen grandiosen Aussichtspunkt und sollte auf Dauer für Besucher hergerichtet werden.

„Wenn liebgewordene Wegebeziehungen nicht mehr funktionieren, darf man nicht an ihnen festhalten“, so Rohmer. Man müsse sich entscheiden, ob man noch einmal meterlange Felsanker in den brüchigen Fels einbringen und damit auch die Drachenfelsruine, den eigentlichen Leuchtturm der Rheinromantik, gefährden und dem Einsturz näher bringen wolle.

„Die Felsanker, die gerade erst in die Fels-Substanz eingebracht worden sind, haben die Standsicherheit des Drachenfels sicher nicht erhöht. Mit immer weiteren Eingriffen wird das Symbol der Rheinromantik immer weiter gefährdet. Da sollte der Verzicht auf den oberen Eselsweg die überzeugendere Lösung sein“, so Rohmer. Dieser Verzicht käme den seltenen Felsbiotop-Typen am Drachenfels zugute, und hätte einen ökologischen Mehrwert. Er böte somit keine schlechte Perspektive für den Naturtourismus im Siebengebirge.