Hotellandschaft im Wandel

Übernachtungszahlen im Siebengebirge sinken

Siebengebirge. Die Übernachtungszahlen in Königswinter sind gestiegen, in Bad Honnef sind sie dagegen gesunken. Der Grund: der Wegzug von KSI und GIZ. Aber die Stadt blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

Mehr Übernachtungsgäste in Königswinter, weniger in Bad Honnef. Auf diese einfache Formel lassen sich die Zahlen des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen für die ersten sechs Monate runterbrechen. Demnach haben in Bad Honnef im ersten Halbjahr 69 791 Touristen übernachtet, was ein Minus von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. In Königswinter waren es mit 110 994 Gästen hingegen 1,2 Prozent mehr. Ähnliche Tendenzen sind bei den Ankünften auszumachen. Während in Bad Honnef die Zahl um 6,8 Prozent auf 36 711 Gäste sank, stieg sie in Königswinter auf 61.451 (ein plus von 1,7 Prozent).

„Es war ein gutes erstes Halbjahr“, bilanziert Oliver Bremm, Chef der Tourismus Siebengebirge GmbH. Er sieht den Grund für den Anstieg der Touristenzahlen in Königswinter vor allem bei den Hotelbetreibern und den Betrieb in deren Häusern. „Die Hotellerie hat ordentlich zugelegt“, erklärt Bremm und belegt dies mit entsprechenden Zahlen. Nur auf die Hotels der Stadt bezogen sei die Zahl der Ankünfte sogar um 8,4, die Zahl der Übernachtungen um 8,2 Prozent gestiegen. „Die Eröffnung des Jufa-Hotels macht sich bemerkbar“, sagt Bremm. Der ehemalige Jugendhof Rheinland war zum Hotel umgebaut und im Spätsommer des vergangenen Jahres eröffnet worden. Das Haus bietet seitdem 62 unterschiedlich große Zimmer sowie sechs Räume für Seminare und Workshops an.

Neupositionierung der Hotellandschaft

Ein Faktor, auf den die Hoteliers und Tourismusexperten keinen Einfluss haben, meinte es ebenfalls gut mit ihnen: „Das Wetter hat mitgespielt“, so Bremm, der „eine gewisse Neupositionierung“ in der Hotellandschaft der Stadt ausmacht. Neben dem Jufa-Hotel standen auch im Maritim Veränderungen an. Dort wurden in den vergangenen Jahren die Zimmer mit insgesamt 462 Betten etagenweise saniert. Im vergangenen Jahr waren die Maßnahmen beendet, auf dem Petersberg hingegen sind sie noch in vollem Gange. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten auch dort abgeschlossen sein, „das könnte noch einmal für einen Ansturm sorgen“, glaubt Bremm.

In die Statistik des Landesbetriebs fließen nur Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten ein. Doch auch mit Blick auf kleinere Anbieter und Vermieter von Ferienwohnungen im Stadtgebiet sei die Situation „sehr positiv“, sagt Bremm. „Insgesamt hat eine starke Modernisierung stattgefunden. Die Qualität hat zugenommen.“

Es gibt auch gute Nachrichten für Bad Honnef

In Bad Honnef sieht die Situation anders aus, die Übernachtungszahlen sind um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Für Lucie Leyendecker von der Stadt Bad Honnef kommt die Entwicklung nicht überraschend. „Das GIZ ist weggegangen, das KSI ist weggezogen“, begründet sie den Rückgang und kommt daher zu dem Schluss: „Das ist dann selbstredend“. Wie berichtet, ist die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ), die schließlich in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufging, Ende Dezember 2017 aus dem Uhlhof nach Bonn-Röttgen umgezogen. Das Katholisch-Soziale Institut (KSI) mit 115 Gästezimmern hatte seinen Standort in Bad Honnef 2017 geschlossen und ist nach Siegburg umgezogen. „Es sind diese großen Namen, die wegbrechen“, merkt Leyendecker an. Aber das sei nun Vergangenheit.

Denn es gibt auch gute Nachrichten aus der Stadt. „Die anderen Häuser sind gut belegt“, sagt Leyendecker mit Blick auf die Übernachtungszahlen im Hotel Seminaris oder auch in der Jugendherberge. Für die Zukunft ist sie positiv gestimmt. Die Zukunft des Commundo ist geklärt, in das Tagungshotel wird die Fortbildungsakademie der Finanzverwaltung des Landes NRW ziehen.

Zudem hat die Stadt in die Wirtschaftsförderung investiert. Neben Wirtschaftsförderin Johanna Högner kümmern sich seit dem vergangenen Herbst Lucie Leyendecker, Andrea Hauser und Miriam Brackelsberg um die Schwerpunkte City-Management, Online-Plattform und eben Tourismusförderung. Leyendecker: „Es geht auch darum, regionale und überregionale Kontakte zu pflegen.“ Dann könnten auch die Übernachtungszahlen wieder steigen.