Geplante Abschiebung in Bad Honnef

Polizist verletzt 30-Jährigen durch Schuss

Bad Honnef. In einer Unterkunft für Flüchtlinge in Bad Honnef ist es am Freitag zu einem Polizeieinsatz gekommen. Dabei gab ein Polizist einen Schuss ab. Ein 30-Jähriger wurde verletzt.

Staatsanwaltschaft und Kölner Polizei ermitteln nach einem Polizeieinsatz in Aegidienberg, bei dem ein 30-Jähriger am frühen Freitagmorgen in einer Flüchtlingsunterkunft durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe verletzt worden ist. Der aus dem Senegal stammende Mann sollte am Morgen abgeschoben werden. Dagegen setzte er sich laut Polizei zur Wehr und brachte dabei ein Messer zum Einsatz. Ein Polizist feuerte in dieser bedrohlichen Situation einen Schuss ab und verletzte den 30-Jährigen am Arm.

Der Senegalese war in einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft der Stadt Bad Honnef am Heideweg in Rottbitze untergebracht. Das Gebiet ist geprägt durch Gewerbeimmobilien, weniger durch Wohnhäuser. Vor allem nach Büroschluss ist das Gebiet verwaist. Das private Wohnhaus, in dem am Freitag Kripo und Spurensicherung im Einsatz waren, hatte die Stadt auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle vom Privateigentümer angemietet und dort laut Nachbarn vor allem Familien untergebracht. Aktuell aber lebten nur noch wenige Alleinstehende wie eben der Senegalese in dem Haus. Größere Zwischenfälle habe es bisher nicht gegeben.

Der Mietvertrag für das Privathaus läuft nach GA-Informationen Mitte des Jahres aus. Wie mehrfach berichtet, beendet die Stadt Bad Honnef angesichts sinkender Neuzuweisungen sukzessive alle Mietverträge für private Unterkünfte und verteilt die dort lebenden Menschen auf ihre eigenen, städtischen Objekte. Stand Februar lebten in Bad Honnef 218 Personen in Asylunterkünften.

Am frühen Freitagmorgen gegen 6 Uhr wurden Mitarbeiter des Ausländeramtes des Rhein-Sieg-Kreises laut Polizei am Heideweg vorstellig, da für den Mann, der zumindest polizeilich bislang nicht auffällig geworden sei, eine Rückführung in seine Heimat geplant war. Begleitet wurden die Mitarbeiter im Wege der Amtshilfe von zwei Bezirksbeamten der Polizei. Vor allem in Situationen wie einer Abschiebung diene dies dazu, die Situation zu beruhigen, so Polizeisprecher Robert Scholten zum General-Anzeiger.

Die Gruppe traf den 30-Jährigen auch in der Unterkunft an. Nach aktuellem Sachstand entwickelte sich im Erdgeschoss dann allerdings eine Bedrohungssituation. Der 30-Jährige griff offenkundig zum Messer. Noch nicht abschließend ermittelt ist, wie sich die Situation weiter darstellte; alle Beteiligten werden laut Polizei noch dazu gehört. Fest steht, dass einer der Bezirksbeamten einen Schuss abgab. Der 30-jährige Senegalese wurde an einem Arm getroffen und verletzt. Nach Behandlung durch Rettungskräfte vor Ort wurde er mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Laut Polizei bestand für den Mann keine Lebensgefahr.

Ermittler des Kölner Kriminalkommissariats 11 haben in Abstimmung mit der Bonner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen, um den genauen Hergang zu klären. Die beiden jeweils 60 Jahre alten Bezirksbeamten wie auch die Mitarbeiter des Amtes werden seelsorgerlich betreut.