Fähre pendelt bald zwischen Bad Honnef und Rolandseck

Neue Fähre liegt noch in der Werft

BAD HONNEF/ROLANDSECK. Seit 1969 schippert die "Siebengebirge" von Bad Honnef nach Rolandseck und wieder zurück, an Werktagen von 6.30 bis 21 Uhr, sonn- und feiertags von 8 bis 21 Uhr. Das ganze Jahr durch. Bald wird damit Schluss sein.

Ende Mai, hofft Frank Eschbach, kommt eine neue Fähre. Die alte werde nach Möglichkeit verkauft, sagt der Geschäftsführer und Teilhaber der Fährgesellschaft Honnef Pool GmbH & Co. KG. 46 Jahre seien für ein Schiff schließlich kein Alter.

Die Nachfolgerin liegt derzeit in der Lux-Werft in NiederkasselMondorf, "als graues Ungetüm". Nur die Farbe fehlt noch. Hintergrund für die Großinvestition der Fährgesellschaft ist die wachsende Nachfrage, vor allem bei den Autofahrern, die mit der Fähre regelmäßig übersetzen.

Während die alte "Siebengebirge" zwölf Pkw transportieren könne, fasse die neue künftig 21 Fahrzeuge, die gleichzeitig die Uferseite wechseln können, so Eschbach. Zudem passen rund 250 Personen plus Fahrräder darauf. Das neue Schiff verfüge über insgesamt vier Antriebe (das alte über zwei) und sei damit sicherer.

"Wir müssen derzeit in den Hochzeiten immer wieder Wagen zurücklassen", begründet Eschbach den Schritt. Der Betrieb habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch wenn die GmbH keine genaue Statistik mehr über die beförderten Personen und Fahrzeuge führt: Alleine die zurückliegende Teilsanierung der Bonner Konrad-Adenauer-Brücke (Südbrücke) habe den Umsatz während der Bauzeit um rund zehn Prozent steigen lassen.

"Mit Blick auf die anstehenden Eingriffe in die Straßeninfrastruktur erschien uns die Investition aus den Rücklagen zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll", sagt Eschbach. Schließlich stehen nicht nur die umfangreiche Sanierung der Südbrücke ab 2019 an, sondern auch jahrelange Arbeiten an der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) ab 2016 und am Tausendfüßler, dem aufgeständerten Teil der A 565 vor der Nordbrücke im Linksrheinischen.

Empfindliche Eingriffe in den Autoverkehr also, die den gesamten Verkehrsfluss im Großraum Bonn verändern werden. Die Fährgesellschaft geht bei vorsichtigen Schätzungen davon aus, dass die größere Fähre den Umsatz um zehn Prozent steigern wird, "mehr wäre natürlich schön". Für die Kunden gibt es im Preis keine großen Änderungen, "lediglich kleine Preiskorrekturen", die aber noch nicht vollends feststehen, kündigt Eschbach an. Grundsätzlich hänge der Preis für die Beförderung an den beiden großen Posten Löhne (für derzeit neun feste Mitarbeiter und vier Aushilfen) und Dieseltreibstoff. Momentan sei beides aber stabil.

Die Preise

Eine einfache Fahrt mit der Fähre "Siebengebirge" kostet 70 Cent, für zehn Fahrten gibt es ein Heftchen, das 6 Euro kostet, eine Monatskarte kostet 15 Euro. Wer mit Rad, Mofa oder Moped unterwegs ist, zahlt 1,40 Euro pro Fahrt. Pkw mit Fahrer kosten 2,50 Euro (Wochenkarte 15 Euro, Monatskarte 50 Euro). Auch Lastkraftwagen ohne Anhänger mit bis zu zwei Tonnen Gesamtgewicht werden für 3,90 Euro pro Fahrt transportiert.