Commundo-Hotel in Bad Honnef

Haus schließt im Jahr 2018

Tagungshaus im Grünen: Das Hotel am Limbicher Weg im Süden Bad Honnefs verfügt über 100 Zimmer.

Tagungshaus im Grünen: Das Hotel am Limbicher Weg im Süden Bad Honnefs verfügt über 100 Zimmer.

Bad Honnef. Die Tage des Hotels des Telekom-Betriebes Commundo im Bad Honnefer Süden sind gezählt: Wie die Telekom auf Anfrage des General-Anzeigers bestätigte, läuft der Mietvertrag für die Immobilie Ende 2018 aus und wird nicht verlängert.

Es sei eine „strategische Entscheidung des Konzerns“, die auch die anderen Commundo-Standorte einbeziehe, so Sprecher Peter Kespohl: „Tagungshotels zu betreiben, gehört nicht zu unserem Kerngeschäft.“ Für Bad Honnef ist es eine weitere schlechte Nachricht nach dem angekündigten Aus der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) im Uhlhof und dem bevorstehenden Umzug des Katholisch- Sozialen Instituts (KSI) nach Siegburg.

Wie es mit der Hotel-Immobilie weitergeht, ist offen. 1982 erbaut als Akademie für Führungskräfte der Deutschen Bundespost, wird das Haus mit 100 Zimmern und zahlreichen Seminarräumen seit 2009 von Commundo betrieben. Bereits zwei Jahre zuvor hatte die Telekom es an einen international tätigen Investor verkauft.

„Israelis kaufen Hotelpaket der Deutschen Telekom“, titelte im März 2007 die Immobilienzeitung. Käufer war laut Handelsblatt der israelische Geschäftsmann und Kunstmäzen Igal Ahouvi, der dem Bericht zufolge mehrere hundert Millionen Euro in deutsche Immobilien investierte. Die Deutsche Telekom mietete laut Handelsblatt die sie betreffenden Gebäude zurück.

Von den vormals acht Commundo-Standorten bestehen noch sechs: Neben Bad Honnef sind dies Hamburg, Leipzig, Neuss, Darmstadt und Stuttgart. Bereits getrennt hat sich das Unternehmen von den Häusern in Königs Wusterhausen und Ismaning; dem Vernehmen nach entsteht in Ismaning an der Stelle ein Gymnasium.

Auch für die anderen Häuser liefen die Verträge nun „Zug um Zug“ aus, so Kespohl. Was den Bedarf für Tagungen und Seminare angehe, wolle man „individuell auf Angebote in der Region zurückgreifen“. Ob der Eigentümer verpachten oder verkaufen wolle, entziehe sich seiner Kenntnis, so Kespohl. Eine Stellungnahme des Eigentümers war nicht zu erhalten.

Für die Mitarbeiter des Tagungshotels kommt die Entscheidung keineswegs überraschend, sagt Berthold Schmitz, Leiter der Tagungshotels Bad Honnef und Leipzig. Das Unternehmen habe Wert darauf gelegt, die Entscheidung gegenüber Mitarbeitern und Dienstleistern „früh und transparent zu kommunizieren“.

Laut Telekom besteht die Belegschaft aus sechs Beschäftigten der Commundo-Gruppe; betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Ein Großteil der Aufgaben sei schon immer ausgelagert an Dienstleister. Sie eingerechnet, kommt das Haus laut Schmitz auf 75 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.

Dies sei nun eine weitere „offene Baustelle“ auf dem Kongresssektor, sagte Bürgermeister Otto Neuhoff zum GA mit Verweis auf Uhlhof und KSI. Für beide Häuser werde um Lösungen gerungen, „spruchreif“ sei aber noch nichts. „Natürlich wäre es besser, das Commundo bliebe ein Tagungshotel. Entscheidungen wie diese zeigen aber auch, wie wichtig es ist, dass man strategisch etwas tun muss in dieser Stadt, um den Tagungssektor voranzubringen.“

Schmitz ist überzeugt, dass das malerisch gelegene Haus genau da eine Zukunft hat. Die Substanz sei gut, die Immobilie fortlaufend nicht nur „in Schuss gehalten“, sondern etwa mit modernster Konferenztechnik ausgestattet worden. Erst vor drei Jahren sei eine neue Küche installiert worden. Anpassungen seien eher dort vonnöten, wo es geänderte Anforderungen der Besucher betreffe, etwa bei der Zimmergröße oder der Zufahrt.

Er sehe „Potenziale, die durch einfache, aber gut überlegte Investitionen erschlossen werden können. Die Chancen stehen gut für eine erfolgreiche Vermarktung für Bad Honnef und die Region“.

Anfang der 80er Jahre gebaut

Das heutige Commundo-Tagungshotel ist hervorgegangen aus der Akademie für Führungskräfte der Deutschen Bundespost, die 1969 gegründet wurde. Anfang der 80er Jahre entstand der Neubau im Bad Honnefer Süden; Richtfest dort war im Mai 1981. Auf exakt 43 475 Quadratmetern Grund entstand für 23 Millionen Mark ein Komplex mit 3641 Quadratmetern bebauter Fläche. Das im Grünen gelegene Haus verfügt über rund 100 Hotelzimmer, 15 Tagungs- und Seminarräume sowie 77 Parkplätze.

Über die Jahrzehnte wechselte die Einrichtung mehrfach die Farbe von Postgelb über Telekom-Magenta bis zu Commundo-Blau. Ab 1995 firmierte es offiziell unter „Deutsche Telekom Akademie für Führungskräfte“, ab 2002 unter „Telekom Training – Tagungshotel Bad Honnef“ und schließlich seit 2009 unter „Commundo-Tagungshotel Bad Honnef“. 2007 wurde die Immobilie an einen ausländischen Investor verkauft und angemietet. 2018 endet der Commundo-Mietvertrag.