Insektenschutz

Bad Honnefer Löwenburgschüler helfen Insekten

Bürgermeister Otto Neuhoff (6.v.l.) zeigte sich vom Engagement der Schüler begeistert.

Bürgermeister Otto Neuhoff (6.v.l.) zeigte sich vom Engagement der Schüler begeistert.

Bad Honnef. Auch der Ohrenkneifer hat jetzt in Bad Honnef ein Zuhause - denn in einer neu gebildeten Arbeitsgemeinschaft engagieren sich die Löwenburgschüler für den Insektenschutz.

Die Ohrenkneifer an der Löwenburgschule in Bad Honnef verfügen künftig über ein Luxusdomizil. Gleich mehrere Blumentöpfe haben die Mädchen und Jungen der Arbeitsgemeinschaft „Insektenschutz“ zum Nest für den Krabbler umfunktioniert und das Behältnis mit der Öffnung nach unten an einem Baum befestigt. „Nicht zu weit oben“, wie die zehnjährige Emilia erklärt. „Sonst kommt der Ohrenkneifer nicht hinein.“

Vor einigen Wochen haben sich ein Dutzend Jungen und Mädchen der dritten und vierten Klassen in der AG zusammengefunden. „Wir hatten uns Anfang des Jahres überlegt, das Thema Insektensterben in der Schule aufzugreifen“, sagt Rektor Martin Wilke. „Die Idee war, konkret und nachhaltig etwas zum Schutz der Tiere zu tun.“ Ende der Osterferien wurde die Idee zum konkreten Projekt. Einmal wöchentlich treffen sich seitdem die Kinder, gestalten etwa insektenfreundliche Beete, bauen Bienenhotels oder eben Ohrenkneifer-Nester als biologischen Pflanzenschutz.

Insektenfreundliche Beete angelegt

Hibiskus, Lavendel, gelbes Johanniskraut, Eisenkraut und Sonnenhut blühen nun an gleich mehreren Stellen rund um das Schulgebäude und stehen offenkundig bei Schmetterlingen, Bienen und Co. bereits hoch im Kurs. Das erforderliche Gartengerät nebst insekten- und bienenfreundlichem Pflanzmaterial stellte das Bonner Unternehmen Knauber zur Verfügung. „Als wir von eurer Aktion gehört haben, haben wir spontan entschieden, euch zu unterstützen“, sagt Ines Knauber-Daubenbüchel, die sich vor Ort ein Bild von der Tatkraft der Junggärtner machte. Sie lud die Kinder zu einem Besuch bei einer Imkerin ein, bei der das Unternehmen die Patenschaft für drei Bienenvölker übernommen hat. „Dort könnt ihr selbst erleben, wie der Honig hergestellt wird.“

„Schule vorbildhaft“ lautete auch das Urteil von Bürgermeister Otto Neuhoff. „Über konkrete Projekte erschließen sich Zusammenhänge zumeist viel besser, als wenn man über ein Thema nur liest.“ Emilia und dem neunjährigen Tom jedenfalls hat die Arbeit in der AG gut gefallen. „Ich fand es schön zu sehen, dass die Bienen auch tatsächlich zu den Blumen gekommen sind, die wir gepflanzt haben“, sagt der Neunjährige.

Während der Sommerferien haben sich bereits einige Eltern bereit erklärt, ein Auge auf die neuen Beete zu halten. Rektor Wilke jedenfalls hofft, dass die AG ein fester Bestandteil im Schulalltag wird: Nach den Sommerferien soll das Projekt „Insektenschutz“ weitergehen.