Kommentar zur Sanierung des Kursaals

Alternativlose Entscheidung

Sorgenkind Saaldecke: Jörg Sudmann (l.) und Michael Holmer Gerdes nehmen unterm Dach die jetzt gesicherte Konstruktion in Augenschein.

Sorgenkind Saaldecke: Jörg Sudmann (l.) und Michael Holmer Gerdes nehmen unterm Dach die jetzt gesicherte Konstruktion in Augenschein.

Bad Honnef. Die Szenarien gleichen sich: Wann immer die in jüngerer Vergangenheit neu formierte Bauverwaltung eines der öffentlichen Gebäude unter die Lupe nimmt, häufen sich die Hiobsbotschaften über Bauschäden, die mal mehr, mal weniger dringend behoben werden müssen und zugleich den Wert der Immobilien schmälern.

Das Rathaus, vor Jahren vor allem wegen der Schadstoffsanierung im Fokus, mausert sich zur Dauerbaustelle. Geschätzter Kostenkorridor einer Sanierung bisher: Zehn bis zwölf Millionen Euro – inklusive bereits erfolgter Arbeiten – für das Basispaket, bis zu 18 Millionen Euro alles in allem für eine Rundumlösung inklusive zeitgemäßer Arbeitsbedingungen und Energietechnik. Das Siebengebirgsgymnasium, die Schulen generell, die Sporthalle am Menzenberg: Meist war nur Schadensbegrenzung angesagt.

Nun also der Kursaal, Renommee-Bau Nummer eins in der Stadt. Jeder Hausbesitzer weiß: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – wenn es um den Erhalt der Bausubstanz geht, können die Folgen fatal sein. Wenn wie beim Kurhaus Wasser in die Fundamente eindringt und so ausgerechnet den Stein höhlt, auf dem die Statik des Gebäudes ruht, tut Handeln Not.

Man mag beklagen, warum im Fall des Kursaals mehr als 25 Jahre ins Land gegangen sind, ohne dass etwas geschah. Geldmangel, andere Prioritäten, Versäumnisse: Das alles ist Vergangenheit. Ebenso, dass eine Mauer im Keller irgendwann vor Jahrzehnten mit Leichtbauelementen so wirkungsvoll versteckt wurde, dass ein Wasserschaden nicht auffiel. Als Glück erweist sich, dass nun genauer hingeschaut wurde.

Die Entscheidung für eine komplette Bestandsaufnahme, auch unter Einbeziehung externen Sachverstands, ist richtig. Ebenso die, zuvorderst für Sicherheit zu sorgen und den Betrieb des Kurhauses zu garantieren. Mehr noch: Das schnelle Eingreifen der Stadt hier war absolut alternativlos.