Vom Altöl bis zum Geldtresor

Abschluss der Müllsammelaktion in Bad Honnef

60 Helfer machten mit bei der städtischen Müllaktion - und sammelten fast zwei Tonnen Müll in der Landschaft.

60 Helfer machten mit bei der städtischen Müllaktion - und sammelten fast zwei Tonnen Müll in der Landschaft.

BAD HONNEF. Insgesamt 60 freiwillige Helfer sammeln in Bad Honnef fast zwei Tonnen wilden Müll in der Landschaft. In sechs Gruppen waren die „Müll-Ritter“ losgezogen.

Dieser Frühjahrsputz hatte es in sich. 60 Honnefer trugen fast zwei Tonnen Müll in wenigen Stunden zusammen: eine Menge Unrat – achtlos hingeworfen oder illegal entsorgt. Bei der Müllsammelaktion der Stadt Bad Honnef gab es einfach alles – von der Bierflasche über Spielzeug bis zum Autoreifen und Altöl im Kanister. Auch Bürgermeister Otto Neuhoff staunte, was einfach so in der Natur abgeladen wird. In sechs Gruppen waren die „Müll-Ritter“ losgezogen, um klar Schiff zu machen, bevor der Frühling sich ordentlich ins Zeug legt.

Die Auszubildenden der Stadtverwaltung hatten die Aktion unter Leitung von Annette Engels vom Fachdienst Ordnung nicht nur organisiert, sie verstärkten auch die Teams. Das Stadtoberhaupt war beim Sammeln rund um die ehemalige Führungsakademie der Post dabei. Karosserieteile und Reifen zählten zur Beute seiner Sammelgruppe, aber auch Plastikmüll und Bierflaschen. Neuhoff: „Und auch eine Menge Jägermeisterflaschen haben wir gefunden.“

Auch die Pänz zeigten Flagge. „Grünes Herz für Bad Honnef“ oder „Das schlechte Wetter macht uns nix, wenn wir etwas für das Klima tun können!“ So lauteten die Aufschriften auf Plakaten, die Vertreter des Väter- und Mütter-Cafés der Frühen Hilfen an Bollerwagen befestigt hatten, mit denen sie zur Müllaktion ausrückten. Mareike Alef, die neue Leiterin, hatte die fünf Wochen alte Vianne im Tragetuch.

Die sechsjährige Fleur und Lia (4) marschierten tapfer, bückten sich immer wieder und warfen den Müll in die Tüte, die ihre Mama bereithielt. Mit dem Baby vor dem Bauch konnte sie sich ja schwerlich selbst hinabbeugen. „Wir machen mit, damit die Kinder sehen, dass es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen. Außerdem ärgern sie sich selbst auch im Alltag über weggeworfenes Papier oder Flaschen.“ Auch Barbara Schlüter, die bisher in dem Café Regie führte, war unter den Müllsammlern.

Abgegrast wurden auch die Insel, die Rheinpromenade von Rhöndorf bis Grafenwerth, der Park Reitersdorf, Möschbach und Annatal lagen in den Händen des Rommersdorf-Bondorfer Bürgervereins. Der Tierschutzverein Siebengebirge war auf der Insel aktiv. Die DLRG machte sich im Uferbereich zu schaffen. Eine große Plastiktonne ging der Honnefer Ortsgruppe ins „Netz“. Deren Leiter Uli Medenbach: „Mal schauen, ob auch noch Ölreste drin sind.“ Auch viel Plastik hatten die DLRG-Mitglieder gefischt.

Spontaner Sondereinsatz

Und als es später für die Helfer im Rathaus heiße Würstchen gab, machte Medenbach mit Neuhoff einen spontanen Sondereinsatz aus, wenn das Wasser wieder gefallen ist. Im Rhein befindet sich noch ein geknackter Geldtresor. Weitere Utensilien warten ebenfalls auf ihre Hebung. Rund um die frühere Postakademie waren Claudia Prinz und ihre zehnjährige Tochter Mara auf Verschönerungstour. „Ich gehe da regelmäßig spazieren und ärgere mich stets über den Müll. Wir brauchten Werkzeug, um den stark verrotteten Müll aus dem Boden zu holen. Auch viele Reiter und Hundebesitzer, die dort die Wege nutzen, machten mit“, so Claudia Prinz, die gleich den eigenen Pritschenwagen zum Abtransport des Mülls mitgebracht hatte.

Mit einer bereits vollen Tüte stieß Eduard Richarz zu dem Sammeltrupp. Er kann es nicht fassen, dass Leute an der Bushaltestelle in der Nähe seines Hauses Papier, Plastik und immer wieder Zigarettenstummel achtlos fallen lassen, obwohl dort ein Abfalleimer installiert ist. „Ich haue die Leute auch schon mal an, sage denen, dass sie etwas verloren haben – aber sie bücken sich nicht zum Aufheben.“ Das erledigte nun Richarz, der Premiere bei dieser Müllsammelaktion der Stadt hatte. „Ich werde jetzt öfter an der Bushaltestelle nachschauen.“

Bürgermeister Neuhoff dankte den Mitstreitern. „Ich bin beeindruckt und freue mich, dass trotz des schlechten Wetters viele zum Einsatz gekommen sind.“ Sein Dank galt auch dem Bau- und Betriebshof, der den Müll abtransportiert, und den Azubis und Annette Engel, dem Umwelt-Engel der Müllaktion.