Bildhauerin aus Windeck

Vera Lwowski wird 90 Jahre alt

RHEIN-SIEG-KREIS.  Sie zählt zu den führenden Bildhauern Europas auf dem Gebiet der Tierdarstellungen. Zahlreiche Skulpturen hat sie bis heute geschaffen, mehrfach wurde sie für ihre Arbeiten ausgezeichnet: Am Samstag feiert Vera Lwowski in ihrem Haus in Windeck gemeinsam mit drei Kindern und sechs Enkelkindern ihren 90. Geburtstag.
Jubilarin aus Windeck: Die Künstlerin Vera Lwowski hat rund 150 Skulpturen aus Bronze geschaffen. Foto: privat

Die kleinen und großen Skulpturen, die Lwowski erschafft, scheinen fast lebendig. In der Brockhaus Enzyklopädie (17. Und 19. Auflage) ist zu lesen: "Ihre Tierplastiken aus Bronze erfassen meisterhaft Wesen und Bewegung des Tieres." Die Künstlerin wurde unter anderem mit der Prinz-Bernhard-Medaille und der Goldmedaille der "Königl. Vereinigung der Berufskünstler von Belgien" geehrt.

Rund 150 naturalistisch-impressionistische Skulpturen hat die Künstlerin bis heute geschaffen, die jeweils nur in limitierter Auflage und ausschließlich in Bronze gegossen wurden.

Ihr Sohn Harald beschreibt die Mutter als eine energische, tatkräftige Frau, die immer hart gearbeitet hat und anpackte, wenn es erforderlich war. So leistete sie zum Beispiel im Krieg Hilfe bei der weiblichen Feuerwehr in Dattenfeld. Geboren wurde Lwowski 1923 als Vera Caminneci, Tochter eines Land- und Forstwirtes, in der ehemaligen Burg Dattenfeld. Von Kind an gehörte ihre ganze Liebe den Tieren, von denen sie umgeben war.

Mit 15 schenkte ihr der Großvater Modellierstäbe, aus Siegburger Ton formte sie die erste Skulptur, ein Pferd. Gerne wäre Lwowski Tierpräparatorin geworden, dazu war aber eine Lehre in Bildhauerei erforderlich. Die studierte sie von 1941 bis 1945 an der Kunstakademie Köln bei Wolfgang Wallner, Holzschnitzerei bei Otto Schörghofer in Siegburg sowie Porträtieren an der Universität Bonn bei Ingeborg von Rath.

Nur selten fand sie ihre Vorlage nicht in der Tierwelt. Die Köpfe ihrer Kinder Harald, Henning und Ute modellierte sie als Spielpuppen für ein Kasperletheater aus Ton. Von Papst Johannes Paul II. fertigte sie ein Relief, von ihrem Mann Wolfgang eine naturalistische Zeichnung. Nach dem Krieg fand sie zunächst wenig Zeit, sich ihrer großen Leidenschaft zu widmen, ab 1946 zeigte die Künstlerin ihre Arbeiten aber schon bei Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland. Viele ihrer Skulpturen entstanden in den Jahren zwischen 1972 und 1982, als sie mit der Familie in Brüssel wohnte, wo ihr Mann im diplomatischen Dienst tätig war.

Seit ihrer Rückkehr im Jahr 1983 wohnt und arbeitet die Jubilarin wieder im eigenen Haus am Geburtsort in Windeck.

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