Flughafen Köln/Bonn: Rund 500 Bürger demonstrierten für das Nachtflugverbot | GA-Bonn

Flughafen Köln/Bonn

Rund 500 Bürger demonstrierten für das Nachtflugverbot

KÖLN/BONN.  Trillerpfeifen und Transparente beherrschten am Samstag das Bild im Terminal 2 des Köln/Bonner Flughafens: Rund 500 Bürger hatten sich zu einer Demonstration eingefunden, aufgerufen von der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/ Bonn um den Vorsitzenden Helmut Breidenbach.
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Kundgebung an Flughafen-Terminal 2: Horst Becker spricht vor den rund 500 Nachtfluggegnern.
												Foto: Ingo Eisner

Kundgebung an Flughafen-Terminal 2: Horst Becker spricht vor den rund 500 Nachtfluggegnern. Foto: Ingo Eisner

Mittendrin: Franz Huhn, und Klaus Pipke, die Bürgermeister der fluglärmgeplagten Kommunen Siegburg, und Hennef. In flammenden Reden forderten sie im Namen ihrer Bürger die Nachtruhe ein, wie auch der Lohmarer Grüne Horst Becker, parlamentarischer Staatssekretär im Landesumweltministerium und seit jeher ein Fluglärmgegner.

Die Demonstranten machten vor allem ihrem Ärger über die Haltung des Bundesverkehrsministeriums bei der Einführung eines nächtlichen Passagierflugverbotes lautstark Luft. "Ein erneuter Anlauf zur Einführung eines nächtlichen Passagierflugverbots von null bis fünf Uhr durch die rot-grüne Landesregierung zu Beginn des Jahres wurde durch den Bundesverkehrsminister blockiert", sagte Breidenbach.

Was sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer da herausnehme, sei mehr als dreist. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sei jetzt aufgerufen, sich entschieden gegen die Einwände des Bundes zur Wehr zu setzen und ihr Wahlversprechen - die Einführung der nächtlichen Betriebsbeschränkung für Passagierflüge - durchzusetzen.

Die CDU-Vorgängerregierung habe unter Inkaufnahme der seit Jahren bekannten Gesundheitsrisiken für die von Nachtfluglärm betroffenen Anwohner die bis 2015 befristete Nachtflug-Lizenz vorzeitig bis 2030 verlängert.

"Sie knickte damit vor dem Drängen des Flughafens ein", so Breidenbachs Stellvertreter Wolfgang Hoffmann. Auch die rot-grüne Landesregierung setze sich anscheinend nicht wirklich mit dieser Gefährdung auseinander. "Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums, der Landesregierung die Einführung eines Nachtflugverbots für Passagierflüge am Köln-Bonner Flughafen zu untersagen, ist ein Sieg der Lobbyisten gegen die Bevölkerung", sagte Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke.

"Wir sind nicht gegen den Flughafen, wir sind nicht gegen das Fliegen und wir sehen, dass der Flughafen auch Gutes bringt", so Pipke. Es müsse aber die Frage erlaubt sein, ob der kurzfristige Profit durch nächtlicher Flugbewegungen den langfristigen volkswirtschaftlichen Schaden einer lärmkranken Bevölkerung aufwiege. "Wir sind weiterhin für ein echtes Nachtflugverbot. Das Ziel ist und bleibt eine Kernruhezeit für den Passagier- und Frachtflugverkehr", sagte Pipke weiter

"Abendrot und Morgenrot, und dazwischen Flugverbot", skandierte Franz Huhn mit den Demonstranten. Er forderte die körperliche Unversehrtheit als Grundrecht ein und gab sich kämpferisch: "Wir mögen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster mit unserer Klage eine Schlappe erlitten haben, aber wir gehen auch nach Leipzig und nach Karlsruhe."

Horst Becker nahm Hannelore Kraft in Schutz, die sich sogar gegen Stimmen in der einen Partei für ein Nachtflugverbot eingesetzt habe. Außerdem gab Becker ob der schwierigen Rechtslage zu bedenken: "Wer sich wehrt, muss wissen, wie er sich wehrt, sonst wehrt er sich verkehrt."

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