Show auf Burg Satzvey: Tomburg Ritter Jörg Schnebele: "Die Spiele sind atemberaubend" | GA-Bonn

Show auf Burg Satzvey

Tomburg Ritter Jörg Schnebele: "Die Spiele sind atemberaubend"

Satzvey.  Bald geht es auf Burg Satzvey in Mechernich wieder los: Hunnen stoßen auf Ritter, Schwerter auf Rüstung und Turniere hoch zu Ross werden ausgetragen. Ein wahres Spektakel für Zuschauer und Mitwirkende. Mit dabei sind die Tomburg Ritter. Ein Gespräch mit dem Ersten Vorsitzenden des Rheinbacher Vereins, Jörg Schnebele.
Der Erste Vorsitzende des Rheinbacher Vereins Tomburg Ritter: Jörg Schnebele. Foto: Wolfgang Henry

GA: Welchen Stellenwert haben die Spiele auf Burg Satzvey bei den Tomburg Rittern? Schließlich nehmen Sie seit einigen Jahren an den Ritterspielen teil...
Jörg Schnebele: Der Zusammenhalt. Es ist sehr familiär geworden. Trotz der Größe von 800 Aktiven. Und die Kulisse ist einfach einmalig.

GA: Wie muss ich mir Burg Satzvey für den Zuschauer vorstellen?
Schnebele: Die Besucher können direkt mit den Aktiven in Kontakt treten. Sie fragen zum Beispiel, ob wir auf dem Platz wirklich leben und auch, ob wir das essen, was wir dort kochen. Wir sind sehr bemüht, dass alles im Rahmen des Möglichen authentisch wirkt. Wir möchten den Eindruck erwecken, dass man uns an der Burg Satzvey vor 800 Jahren abgelegt hat und wir eben immer noch da sind. Wir sind aber nicht eindeutig auf ein Jahrhundert festgelegt.

GA: Kann der Laie denn irgendwie erkennen, wo ein Ritter ungefähr zeitlich einzuordnen ist?
Schnebele: Ja, an der Rüstung und Gewandung. Wer Kette trägt, also ein Kettenhemd, ist zeitlich früher einzuordnen als jemand der Platte, also einen geschmiedeten Schutz am Oberkörper, trägt. Wir bewegen uns bei den Tomburg Rittern aufgrund der unterschiedlichen Gewandungen und Rüstungen Anfang des zwölften Jahrhunderts bis etwa 14. Jahrhundert.

GA: Wie viel wiegt so eine Rüstung?
Schnebele: Also ich trage Kette. Mit Helm, Handschuhen und Waffen sind das rund 25 Kilo mehr auf der Waage. Eine Platten-Rüstung sind etwa 35 bis 40 Kilo Mehrgewicht. Auch bei Hitze verzichten wir nicht auf die Rüstung.

GA: Was gehört zu Ihren Höhepunkten?
Schnebele: Eindeutig die Ritterspiele.

GA: Warum?
Schnebele: Das ist sowohl für uns aus den Lagern wie auch für die Zuschauer atemberaubend. Wenn 100 bis 200 Leute auf dem Turnierplan miteinander kämpfen, dann ist das für uns Aktive wie für die Zuschauer eine ganz besondere Szene.

GA: Doch für eine vierköpfige Familie ist das Spektakel nicht gerade günstig. Lohnt sich das?
Schnebele: Selbstverständlich. Eintritt muss schon sein. Mit den Einnahmen muss unwahrscheinlich viel finanziell gestemmt werden. Das fängt bei der Pflege und Instandhaltung der kompletten Burg an und hört bei der Versicherung der Immobilie und den Veranstaltungen nicht auf. Diverse Gagen, unter anderem für die Stunt-Reiter, Musiker und Gaukler, werden darüber finanziert. Nicht zu vergessen: Wenn schlechtes Wetter ist und wenige Besucher kommen, bleiben die Organisatoren auf den Umsatzeinbußen sitzen.

GA: Spielen Sie denn auch bei Dauerregen?
Schnebele: Ja. Wir spielen immer. Egal bei welchem Wetter. Für die Zuschauer ist die Tribüne aber zumindest teilweise überdacht.

GA: Da gehört eine Menge Leidenschaft zu. Wie sind die Tomburg Ritter den überhaupt entstanden?
Schnebele: Aus einer Karnevalslaune heraus. Das war etwa 2002. Nachbarn von uns wurden Wormersdorfer Prinzenpaar und alle Nachbarn wurden zu sämtlichen Veranstaltungen eingeladen. Mit Freunden wählten wir dann vermeintliche Mittelalterkostüme. Die tolle Feierlaune und die positive Resonanz auf unsere Kostüme brachte die Entscheidung, eine Mittelaltergruppe zu gründen. Am 1. Juni 2002 zelebrierten wir zum ersten Mal einen Ritterschlag - damals noch im Kreise von ein paar Freunden inmitten der Burgruine.

GA: Und was muss bei Ihnen heute getan werden, um Ritter zu werden?
Schnebele: Jeder, der unserem Verein beitritt, hat ein Jahr Probezeit. So kann derjenige schauen, ob ihm das Vereinsleben gefällt. Uns ist zum Beispiel Engagement sehr wichtig. Jedes Mitglied soll sich im Verein einbringen. Bevor ein Anwärter jedoch Ritter wird, muss er sich als Knappe oder Page bewähren. Jungen unter 14 Jahren starten als Pagen, werden mit Erreichen des 14. Lebensjahres Knappen und können ab 18 Jahren Ritter werden. Alle, die schon volljährig sind, starten beim Vereinseintritt ebenfalls als Knappen.

Weitere Informationen

Die Ritterspiele auf Burg Satzvey beginnen am Samstag, 31. August, und dauern bis Sonntagabend, 1. September. Am Wochenende, 7. und 8. September, startet das Spektakel erneut. Einlass ist samstags ab 14 und sonntags ab 12 Uhr. Karten für Tribüne und Rahmenprogramm gibt es ab acht Euro für Kinder und 20 für Erwachsene. An diesem Wochenende, 10. und 11. August, ernennen die Tomburg Ritter ihre vereinseigenen Ritter in Wormersdorf . Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 12 Uhr (17 Uhr Ritterschlag) und am Sonntag um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

www.tomburgritter.de und www.ritter-satzvey.de

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