Freizeitpark in Rheinbach: Jugendliche setzen sich für eine Dirt-Bike-Anlage ein | GA-Bonn

Freizeitpark in Rheinbach

Jugendliche setzen sich für eine Dirt-Bike-Anlage ein

RHEINBACH.  Wenn es nach Robert Strudwick geht, soll auf dem Gelände hinter dem Schwimmbad Monte Mare am Rheinbacher Freizeitpark möglichst bald eine Dirt-Bike-Anlage entstehen. Der 16-Jährige gehört zu einer Gruppe von Jugendlichen, die zusammen mit dem Verein Abenteuer-Pur die Cross-Strecke für Radfahrer bauen wollen.
Wenn es nach Robert Strudwick (vorne) und seinen Mitstreitern geht, soll aus dieser Wiese bald eine Dirt-Bike-Anlage werden.
								Foto: Heinz
Wenn es nach Robert Strudwick (vorne) und seinen Mitstreitern geht, soll aus dieser Wiese bald eine Dirt-Bike-Anlage werden. Foto: Heinz

Mitte Juli wurde der Bauantrag gestellt. "Wir warten eigentlich nur auf den Startschuss", sagt Georg Schroeter, Vorsitzender von Abenteuer-Pur. Geplant haben die Jugendlichen die Anlage selbst. Ein Architekt hat geholfen, die Pläne zu digitalisieren. Mehrere Erdhügel in unterschiedlicher Höhe sollen entstehen, außerdem eine Steilkurve und ein Starthügel.

"Wir haben das Ganze so geplant, dass sowohl für Anfänger als auch für erfahrenere Dirtbiker etwas dabei ist", erklärt Robert. Mit seinem Zwillingsbruder Edward fährt er schon seit mehreren Jahren Mountainbike. Vor kurzem ist er auf das Dirt-Bike umgestiegen - ein stabiles Mountainbike mit kleinerem Rahmen, das besonders für den Dirtjump, also das Springen über Erdhügel, geeignet ist. "Dabei geht einfach das Adrenalin hoch", erklärt Robert seine Leidenschaft. Blessuren und im schlimmen Fall Knochenbrüche nehmen die Dirt-Biker dafür schon mal in Kauf.

Um ihre Tricks üben zu können, haben Robert und seine Mitstreiter lange Zeit im Stadtpark ihre Sprunghügel gebaut. Die illegalen Strecken wurden von der Stadt aber immer wieder entfernt. Als Georg Schroeter von der Problematik erfuhr, war für ihn klar: Eine Dirt-Bike-Anlage muss her.

"Andere Jugendliche bekommen ja auch die Gelegenheit, ihren Sport auszuüben, sei es Fußball, Basketball oder Tennis." Sein Verein übernimmt die Trägerschaft und Versicherung der Anlage. Schilder sollen auf die richtige Benutzung hinweisen. Die Cross-Strecke soll jedem zugänglich sein, aber auf eigene Gefahr. "Ich finde es beeindruckend, wie viel Arbeit die Jugendlichen investieren und hoffe, dass sie sehen, dass man mit Engagement auch etwas erreichen kann", so Schroeter.

Bei der Stadt sei er zunächst eher nicht auf offene Ohren gestoßen. "Die Sportart ist eben noch nicht so bekannt." Mit dem stadteigenen Gelände am Freizeitpark habe man aber den perfekten Ort gefunden. "Es gibt keine Anwohner, die sich gestört fühlen könnten."

Peer Schwetzler, Betriebsleiter des angrenzenden Schwimmbads, freut sich über das Vorhaben: "Es ist ein zusätzliche Angebot." Auch mit der benachbarten Tomburg-Kaserne habe man schon Kontakt aufgenommen, sagt Schroeter. Zurzeit würden die Pläne noch durch die Aufsichtsbehörden geprüft, heißt es bei der Stadt. Schroeter hofft, dass die Genehmigung bald kommt und die Jugendlichen noch vor dem Winter bauen können. Drei Wochen, glaubt er, wird es dann dauern, bis die Strecke befahrbar ist.

Dirt-Jump in der Region

Beim Trendsport Dirtjump (deutsch: Schmutzsprung) springen die Radfahrer mit einem BMX-Rad oder einem Dirt-Bike über Erdhügel, mit dem Ziel, in der Luft einen Trick zu machen. Weil immer mehr Jugendliche diese Sportart ausüben, sind auch an anderen Orten in der Region Anlagen geplant.

So hat sich in Alfter-Volmershoven eigens ein Verein gegründet, der eine Strecke betreiben will. Auch am Venusberg in Bonn-Dottendorf soll eine Cross-Strecke entstehen. Hier stößt das Vorhaben aber auf Ablehnung bei den Anwohnern.

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