Nach Silvester ruft Kienfangue: Hagerhof-Schüler reisen in Kürze nach Burkina Faso | GA-Bonn

Nach Silvester ruft Kienfangue

Hagerhof-Schüler reisen in Kürze nach Burkina Faso

Bad Honnef.  Sie sitzen bereits auf gepackten Koffern: Kurz nach Silvester geht es für 15 Schüler des Schloss Hagerhof auf nach Burkina Faso. Die Mitglieder der AG Entwicklungspolitik wollen sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation und den Entwicklungen im Dorf Kienfangue machen, mit dem die Schule seit 1996 eine Entwicklungspartnerschaft pflegt.
Sorgfältige Planung: Die Hagerhofschüler besprechen die Details ihrer Reise nach Afrika. Foto: Frank Homann

Bereits zum vierten Mal seit Bestehen der Partnerschaft werden die Hagerhof-Schüler vor Ort zu Gast sein. Wichtige Entscheidungen stehen an: Bislang wurden die Volksschule und eine Gesundheitsstation in Kienfangue finanziell unterstützt. Mittlerweile sind jedoch noch zwei weitere Schulen in dem Dorf entstanden, während die Gesundheitsstation vom Staat geschlossen wurde.

"Wir stehen jetzt vor der Aufgabe zu entscheiden, ob und wieweit wir uns am Aufbau einer neuen Krankenstation beteiligen wollen, und inwiefern wir auch an den neuen Schulen die Schulmahlzeiten mitfinanzieren sollten", berichtet Jürgen Berg, Leiter der AG Entwicklungspolitik. Konkret muss der Einsatz der Spendengelder geplant werden, die am Tag der Arbeit für Afrika im Juli sowie am Hagerhoffest zusammengekommen sind.

Darüber hinaus hilft der Hagerhof auch bei Aufbau und Unterhalt eines Jugendausbildungszentrums in der Hauptstadt Ouagadougou. Jetzt trafen sich die AG-Mitglieder ein letztes Mal vor der großen Reise, um gemeinsam mit Reinhold Meisterjahn von der kooperierenden Andreas-Hermes-Akademie noch einmal alle Details durchzugehen. Überdies gab es vom Entwicklungsexperten Ingo Binnerwerg, der Kienfangue im vergangenen Jahr besucht hat, noch wichtige Infos über die Situation vor Ort.

Rund 4500 Menschen leben dort verteilt auf großer Fläche, fast die Hälfte von ihnen sind Kinder unter 15 Jahren. Die meisten leben von dem, was das Land hergibt - und das ist nicht viel. Mit einem pro Kopf Einkommen von unter einem Dollar pro Tag zählt Burkina Faso zu einem der ärmsten Länder der Erde.

Für ihren Besuch vor Ort haben die Schüler verschiedene Aktionen geplant: Einige werden werden in den Gesundheitsstationen der umliegenden Dörfer mitarbeiten, andere wollen sich dem Umweltschutz annehmen und die Felder von dem überall herumfliegenden Plastikmüll befreien. "Das sieht für uns unerträglich dort aus", berichtet Berg. "Es gibt dort keine funktionierende Müllentsorgung." Auch wollen die jungen Leute im Rahmen einer Kampagne zur Sexualaufklärung mit in die Dörfer fahren.

Vorgesehen ist auch eine Übernachtung bei Familien in den landestypischen Lehmhütten. Sorgen, dass es mit der Verständigung nicht klappt, hat Berg keine: "Bei der Herzlichkeit der Menschen dort klappt das schon irgendwie." Überdies reist eine Übersetzerin mit, die die Stammessprache Moore spricht, und viele Schüler können Französisch, die Amtssprache in Burkina Faso.

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