Neue Initiative

Verein will Linzer Stadtmauer wiederherstellen

Engagieren sich für die Stadtmauer (von links): Norbert Thelen, Johannes Hundrieser, Kathrin Wagner-Brechlin, Hiltrud Firnich, Wolfgang Diegmann und Roland Thees.

LINZ. "Baut die Mauer wieder auf!" Bundespolitisch würde der Linzer Norbert Thelen harsche Kritik für diese Forderung ernten. Aber natürlich meint er nicht das Symbol der Trennung Deutschlands. Sein Ziel ist die Wiederherstellung der Linzer Stadtmauer, von der das mittelalterliche Stadtbild ab 1365 geprägt wurde.

Alle, die mithelfen wollen, dass die Stadt am Rhein durch die teilweise Wiederherstellung des historischen Gemäuers besser aussieht, waren am Wochenende ins Rathaus eingeladen, um dort den Verein "Mauerbau-Initiative Linz am Rhein" zu gründen.

"Mit der Vereinsgründung soll die Entschlossenheit zur Verwirklichung des Vorhabens noch deutlicher ausgedrückt werden. Der Verein wird den Zweck verfolgen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Stadt zu verbinden und so den Gemeinsinn zu wecken", so Thelen.

Die sich insbesondere durch die historische Bebauung und das Stadtensemble vermittelnde Tradition soll dabei als Anknüpfungspunkt für eine moderne Stadtentwicklung dienen. Dabei sollen das mittelalterliche Stadtbild und eine den heutigen Ansprüchen genügende Infrastruktur harmonisch in Übereinstimmung gebracht werden, so Thelens Zielsetzung, mit dem neuen "Mauerprofil eine Profilierung der Stadt" zu erreichen.

Viele Mitstreiter konnte er zu der Vereinsgründung, die aus der Bürger-Aktion "Linz gestalten - in der Altstadt leben" hervorgegangen ist, aber nicht begrüßen. "Die Aktion schreckt offensichtlich doch viele ab", kommentierte der Stadtbeigeordnete Johannes Hundrieser die schwache Resonanz. Neben einer Delegation der SPD-Ratsfraktion und dem Vorsitzenden der Linzer Werbegemeinschaft, Martin Flöck, waren gerade einmal vier Interessierte gekommen.

Nun gilt es, 1500 Meter teils sehr maroden Mauerwerks mit den markanten Punkten von der Burg über den Pulverturm bis hin zum Rhein- und dem Neutor wiederherzustellen. "Man rechnet mit 1000 Euro pro Meter, so dass wir von Kosten in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro ausgehen", so Thelen. Hinsichtlich des Baumaterials mit Basalt und Grauwacke baut er auf die Unterstützung durch die Basalt AG. Es gibt aber auch Fördermittel von Land und Bund für eine Stadtentwicklung in die Zukunft, auch wenn diese die Kosten bei weitem nicht decken.

"Eigenleistungen könnten die Kosten senken", schlug Thelen vor. Zum Start könnte er sich eine Aktion der 950 Martinus-Schüler vorstellen, die Hand in Hand eine Menschenkette über den gesamten Mauerverlauf bilden könnten. "Wir müssen in Linz eine Aufbruchstimmung wecken. Das gelingt aber nur, wenn wir die Idee intensiv unter die Leute bringen", stimmte ihm Roland Thees bei.

Der war bei den Vorstandswahlen kurz zuvor zum Schatzmeister gewählt worden, während sich Hiltrud Firmich um den Schriftverkehr kümmert. An der Spitze steht natürlich Thelen, Katrin Wagner ist die 2.Vorsitzende.