Peter Eich

Erpeler fertigt kunstvoll geschnitzte Holzbänke

Erpel. Der Erpeler Peter Eich fertigt kunstvoll geschnitzte Holzbänke und stellt sie im ganzen Ort auf. Mehr als 15 Stunden Handarbeit stecken in jedem Exemplar seiner Bänke. Einmal im Jahr kommt auch die "Bankaufsicht".

Blumen schmücken den Wegesrand, alles wirkt liebevoll gepflegt. Das liegt aber nicht allein an den bunt blühenden Pflanzen: Immer wieder stehen an den Straßen in Erpel kunstvoll geschnitzte Holzbänke. Allesamt selbstgebaut von Peter Eich.

Dabei war Handwerksarbeit für ihn immer ein reines Hobby. 2001 ist die erste Bank entstanden und hat seitdem treue Dienste vor dem Haus der Familie Eich geleistet. „Wenn ältere Wanderer daran vorbeigingen, freuten sie sich immer über die Sitzgelegenheit und legten eine kurze Pause ein“, erinnert sich Eich. Damals habe er aber noch nicht daran gedacht, später mal den ganzen Ort zu beliefern.

„Mit der Bank vor unserem Haus fing es an, dann kam eine für meinen Sohn und eine für meine Schwester hinzu. Mittlerweile sind es insgesamt 19 Stück hier im Ort.“ Und Exemplar Nummer 20 lässt nicht mehr lange auf sich warten. Jetzt im Ruhestand bleibt ihm mehr Zeit, um seinem Hobby nachzugehen. Im Hof der Familie liegt schon das Holz bereit, die Motive sind vorgezeichnet, das erste Bild ausgeschnitzt. Mehr als 15 Stunden Handarbeit stecken in jedem Exemplar seiner Bänke.

Beliebt bei Erpelern und Touristen

Zuerst muss das Material beschafft und das Holz glatt geschliffen werden. Danach kümmert sich Eich um die Motive: Größe und Platzierung der Buchstaben und Bilder müssen genau stimmen. Nachdem Eich die Motive auf dem Holz vorgezeichnet hat, beginnt das Fräsen und Meißeln. Für den folgenden Arbeitsschritt ist seine Frau Veronika zuständig: Sie lasiert die fertig geschnitzten Einzelteile der Bank und macht sie damit wetterfest. Auch den Zusammenbau erledigt Eich nicht alleine, sondern erhält Unterstützung von seinem langjährigen Freund Hans Kahlen. „Der Ort hält zusammen“, sagt er und packt gerne mit an.

Über der Bank vor dem Haus der Familie Eich ist im Mauerwerk ein kleines Türchen mit der Aufschrift „Besichtigung einer Vorwitznase“ angebracht. Öffnet man die Tür kommt dahinter ein kleiner Spiegel zum Vorschein. „Ich versuche, in meine Schnitzwerke immer einen Witz einzubringen. Manchmal auch irgendwas mit Orts- und Personenbezug“, erklärt Eich die Aufschrift „Petersplatz“ auf seiner eigenen Bank. Seine Kunstwerke kommen gut an sowohl bei Touristen als auch bei den Erpelern.

Jährlicher Rundgang

Einmal im Jahr, nach dem Weinfest im September, kontrolliert das Team um Eich als „Bankaufsicht“ gemeinsam, „ob die Bänke denn auch gut gepflegt werden und nicht vergammeln“, so Kahlen. Mit Stühlen ziehen sie durch den Ort und machen Halt an jeder Bank – der sogenannte „Erpeler Stuhlgang“. „Wir vermessen die Bänke, um nachzuschauen, ob sie auch nicht verändert wurden. Danach bewirten uns die Besitzer mit Wein“, erzählt Eich mit einem Augenzwinkern. „Und auch das bewerten wir. Meine Frau führt Protokoll.“ Und tatsächlich holt er ein kleines vollgeschriebenes Büchlein hervor. „Das ist einfach ein toller und geselliger Ort hier“, ergänzt Kahlen. „Wir sind Ortsleute mit Gefühl.“

Der jährliche Rundgang durch den Ort ist wie ein kleiner Lohn für ihre Arbeit. Ansonsten bleiben die Arbeitsstunden unbezahlt, nur für die Materialkosten nimmt Geld. Ein „Freundschaftsdienst“, so Eich. „Ich will das gar nicht kommerziell machen. Wenn ich jemandem damit eine Freude machen kann, mache ich das gerne.“

Mittlerweile habe er allerdings so viele Anfragen, dass er auch mal Nein sagen müsse. „Das geht gar nicht mehr alles.“ Seine Arbeit hat sich mittlerweile herumgesprochen, den Erpelern gefällt es. „Eine Ortsmöblierung, die nicht normal ist“, nennt Eich seine Werke. „Mir geht es auch darum, Erpel schön zu machen."