Neuer Schiedsmann in Linz

Ehemaliger Banker wird Streitschlichter

Amtsübergabe: Peter Siegmund, Hans-Günter Fischer, Josef Chevally und Christine Arck.

Amtsübergabe: Peter Siegmund, Hans-Günter Fischer, Josef Chevally und Christine Arck.

LINZ. Peter Siegmund hat im Berufsleben als Filialleiter der VR-Bank die Sorgen und Nöte der Menschen kennengelernt. Das kommt ihm im neuen Amt als ehrenamtlicher Schiedsmann in der Verbandsgemeinde Linz zugute.

Peter Siegmund ist der neue Schiedsmann der Verbandsgemeinde (VG) Linz. Amtsgerichtsdirektorin Christine Arck überreichte dem Vettelschosser die Ernennungsurkunde. Zuvor hatte sie seinen Vorgänger, Josef Chevally, verabschiedet, nicht ohne dem Leubsdorfer für seinen uneigennützigen und bürgerfreundlichen Einsatz im Namen des Landes zu danken. Chevally hatte wie sein Stellvertreter, der Ockenfelser Kurt Pape, dieses Ehrenamt vor fünf Jahren übernommen.

„Ich schließe mich diesem Dank unumwunden an. Das Amt der Schiedsleute stellt ganz spezielle Anforderungen an die jeweiligen Personen inklusive ihrer Lebensläufe“, betonte VG-Bürgermeister Hans-Günter Fischer, der der Ernennung beiwohnte wie auch die Geschäftsführerin des Amtsgerichts, Justizamtsrätin Nicole Hoé. Schließlich sei es keine leichte Aufgabe, Streitfälle fremder Menschen gütlich beizulegen. Dies erfordere nicht nur gesunden Menschenverstand und ein ausgleichendes Wesen, sondern auch ein gehöriges Maß an Sensibilität für Menschen, ohne das Konflikte kaum zu lösen seien, so Fischer. „Deshalb ist es auch nicht leicht, Menschen für dieses Ehrenamt zu finden“, hob er hervor.

Zumal dieses bei den Schiedspersonen eine hohe Bereitschaft voraussetze, sich mit Gesetzestexten auseinanderzusetzen, damit vollstreckbare Vergleiche zustande kommen könnten, ergänzte Hoé. Umso mehr Dank gebühre Peter Siegmund. Als ehemaliger Leiter der VR-Bank-Geschäftsstelle Sankt Katharinen komme er – wie sein Vorgänger Josef Chevally – aus dem Bankgewerbe und bringe die nötige Seriosität mit. Außerdem seien ihm aus seiner Berufszeit die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen sowie die Belange vor Ort bekannt, betonte Fischer.

Sein Vorgänger hatte harte Nüsse zu knacken

„Die ersten drei Jahre hat mir die Arbeit einen Riesenspaß gemacht. Dann aber bin ich mit einigen sehr unangenehmen Fällen konfrontiert worden, die mich viele Nerven gekostet haben, weil einige Beteiligte in keiner Weise bereit waren, sich zu einigen“, berichtete Chevally. Das habe ihn schon sehr belastet, zumal die Probleme auch in seine Familie hineingetragen worden seien.

Doch er wollte seinen Nachfolger dann doch nicht negativ einstimmen auf sein Amt. „Auch wenn ich nicht hundert Prozent Erfolg hatte, etliche Vergleiche sind durch meine Bemühungen doch zustande gekommen“, machte er Siegmund Mut.

Was die Aufgabe angehe, Kontrahenten zu gütlichen Lösungen zu bewegen, gehe es den Richtern nicht viel besser, erklärte Amtsgerichtsdirektorin Christine Arck, die dem neuen Linzer Schiedsmann jedwede Unterstützung zusagte. „Außerdem setzen wir einmal im Jahr eine Dienstbesprechung an mit allen sechs Schiedspersonen aus den Verbandsgemeinden Asbach und Bad Hönningen, die in zwei Bereiche eingeteilt sind, sowie aus Linz und Unkel“, sagte Arck. In problematischen Situation stünden sie und Nicole Hoé den Schiedspersonen natürlich auch fachlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, versicherte sie.

Wer die Hilfe des neuen Schiedsmanns in Anspruch nehmen möchte, kann seine Adresse im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Linz finden oder mit ihm über die VG-Verwaltung Kontakt aufnehmen.