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Nachfolge von Monika Piel
WDR schreibt Intendantenposten öffentlich aus
dpa
Köln. Ganz plötzlich braucht der Westdeutsche Rundfunk einen neuen Intendanten. Doch die Suche wird Monate dauern. Denn nachdem letztes Mal der Vorwurf von "Hinterzimmerabsprachen" laut geworden war, soll diesmal alles ganz transparent ablaufen.
Monika Piel hört vorzeitig als WDR-Intendantin auf. Foto: dpa
Nach dem angekündigten Rückzug von Intendantin Monika Piel (61) schreibt der Westdeutsche Rundfunk den Chefposten des größten ARD-Senders öffentlich aus. Jeder könne sich bewerben, sagte eine Sprecherin des Rundfunkrates am Montag in Köln. Man werde alles daran setzen, "um vor der Sommerpause zu einer Entscheidung zu kommen".
Piels Amtszeit war im vergangenen Jahr ohne Gegenkandidat bis 2019 verlängert worden, was FDP und Piratenpartei heftig kritisiert hatten. "Ohne Ausschreibungsverfahren die bisherige Intendantin im Amt zu bestätigen, erweckt den Eindruck von Hinterzimmerabsprachen", bemängelte der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen.
Diesmal soll nun alles so transparent wie möglich ablaufen. Dafür sei eine öffentliche Ausschreibung am Besten geeignet, sagte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi der Nachrichtenagentur dpa. Eine einheitliche Regelung für die Intendantenwahl haben die ARD-Anstalten nicht.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Intendantenposten des WDR öffentlich ausgeschrieben wird. Nach Angaben der WDR-Pressestelle war auch Fritz Pleitgen 1995 über eine Ausschreibung ins Amt gekommen. 2006 hatte der Rundfunkrat einen Wahlvorbereitungsausschuss eingesetzt, der mit Kandidaten Gespräche führte; am Ende blieb nur Hörfunkdirektorin Piel übrig.
Im vergangenen Jahr wurde Piel vom Rundfunkrat für eine zweite Amtszeit gewählt, doch am vergangenen Freitag kündigte sie ihren vorzeitigen Rücktritt aus "persönlichen Gründen" an. Nach WDR-Angaben will Piel noch weiterarbeiten, bis ihre Nachfolge geregelt ist. Das wird nun voraussichtlich mehrere Monate dauern.
Hieronymi sagte, man müsse auch darüber nachdenken, wie man sicherstellen könne, dass Bewerber nicht beschädigt würden. 2011 hatte sich der Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung", Bernd Hilder, um die Nachfolge des MDR-Intendanten Udo Reiter beworben, war aber bei der Abstimmung im Rundfunkrat durchgefallen.
Damals hatte es in Kommentaren geheißen, dies könne eine abschreckende Wirkung auf Bewerber von außen haben. In seiner Sitzung am Montag nahm der Rundfunkrat Piels Entscheidung "mit großem Bedauern und Respekt zur Kenntnis".
Über die Beweggründe der 61-Jährigen ist öffentlich nichts bekannt geworden. Sie selbst zog in der Sitzung eine positive Bilanz des vergangenen WDR-Fernsehjahrs. Kritiker hatten ihr hingegen die teure Quotenpleite von Thomas Gottschalk mit seiner ARD-Vorabendshow wesentlich mit angelastet. Piel hatte bis Ende 2012 auch den ARD-Vorsitz innegehabt.
Artikel vom 28.01.2013
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