Landeklappen defekt

Sicherheitslandung für Ferienflieger in Köln

Köln. Eine SunExpress-Maschine von Fuerteventura nach Düsseldorf musste aufgrund von technischen Problemen eine Sicherheitslandung in Köln durchführen. An Bord kam es offenbar zu Unruhe - auch aufgrund fehlender Informationen.

Es sollte der Abschluss des Sommerurlaubs werden, doch für einige Fluggäste des SunExpress-Fluges von Fuerteventura nach Düsseldorf war es eine sehr aufwühlende Rückreise. Eine Boeing 737 von SunExpress musste den Landeanflug in Düsseldorf am frühen Montagabend abbrechen und nach Köln umdrehen. Der Grund: technische Probleme am Ferienflieger. "Wir können bestätigen, dass diese Maschine eine Sicherheitslandung am Airport Köln/Bonn machen musste", sagt Flughafensprecherin Hannah Schneider. Demnach ist das Flugzeug sicher um 19.23 Uhr am Montagabend gelandet.

"Es gab eine Fehlfunktion der Landeklappen", bestätigt ein Sprecher von SunExpress Deutschland den Vorfall auf Nachfrage des General-Anzeigers. Aus Sicherheitsgründen habe die Crew dann entschieden, außerplanmäßig in Köln zu landen. "Da der Flughafen Köln/Bonn über eine längere Start- und Landebahn verfügt, eignet sich dieser Flughafen gut für eine Landung ohne die bremsende Funktion der Landeklappen", so der Sprecher. Die 188 Passagiere sind nach GA-Informationen von der Crew darüber informiert worden, dass die Vorschrift für einen solchen Fall eine längere Landebahn als die in Düsseldorf vorsehe und dass man daher nach Köln fliege.

Doch an der Informationspolitik der Fluggesellschaft gibt es Kritik von Seiten der Passagiere. "Wir sind in Düsseldorf schon in den Landeanflug gegangen, mussten uns anschnallen und bereiteten uns auf die Landung vor", sagt ein Passagier, der anonym bleiben möchte. Rund 40 Minuten habe der Flieger dann aber noch über Düsseldorf gekreist. Das bestätigen auch die Flugdaten. "Ein bis zwei Kreise in der Warteschlange am Flughafen sind beim Fliegen ja ganz normal. Aber 40 Minuten sind überaus ungewöhnlich", so der Passagier. Er selbst sei Vielflieger und habe deshalb schnell gemerkt, dass etwas nicht stimme. "Erst nach den rund 40 Minuten und als die Gäste an Bord schon unruhig wurden, informierte uns der Pilot kurz über die defekten Landeklappen und das Ausweichen auf Köln."

Im Landeanflug auf Köln habe man dann schon ein größeres Aufgebot der Feuerwehr mit eingeschaltetem Blaulicht an der Landebahn gesehen. "Dann wurde es erst recht unruhig im Flieger, das mulmige Gefühl im Bauch wurde größer", sagt der Familienvater. Er habe versucht, seine neben ihm sitzenden Kinder abzulenken und die Menschen um ihn herum zu beruhigen. "Meine Kinder wären sonst nie mehr in ein Flugzeug gestiegen." SunExpress betont in seiner Stellungnahme, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Passagiere oder die Crewmitglieder bestanden habe.

Weiterer Ärger nach der Sicherheitslandung

"Bei einer angemeldeten Sicherheitslandung wie in diesem Fall rückt die Feuerwehr standardmäßig mit aus, um beispielsweise mögliche überhitzte Bremsen zu kühlen. Eine Sicherheitslandung ist aber nicht zu vergleichen mit einer Notlandung", sagt auch Hannah Schneider vom Flughafen Köln/Bonn. Die Passagiere im Flieger hätten sich, so der Familienvater, diese Information allerdings von der Crew gewünscht, um so die angespannte Stimmung im Flieger zu beruhigen.

Nach geglückter Landung war der Ärger allerdings noch nicht vorbei. "30 Minuten mussten wir noch im Flieger sitzen bleiben. Wieder gab es keine Information, stattdessen nur ein unnatürlich lautes Brummen", erzählt der Fluggast. Dieses, so habe er später festgestellt, kam von den aufgebauten Ventilatoren, die die Bremsen der Boeing nach der Landung kühlten. Erst nach 30 Minuten ging es vom Flieger in die Busse und von da weiter nach Düsseldorf. "Die Logistik nach dem Ausstieg hat hervorragend funktioniert, von SunExpress war allerdings niemand vor Ort. Einfach amateurhaft", ärgert sich der Niedersachse. 

Diesen Schilderungen widerspricht das Unternehmen: "Der Kapitän hat die Gäste direkt nach Ankunft in Köln über den Umstand der vorsorglichen Begleitung der Feuerwehr informiert. Die Kabinencrew hat auf unsere Nachfrage hin keine Unruhe an Bord bestätigt, sich aber um einzelne Passagiere gekümmert, die Nachfragen zu der Landung hatten." Technische Defekte dieser Art würden bei SunExpress in seltenen Fällen auftreten.

Eine weitere Passagierin aus Troisdorf hat sich inzwischen ebenfalls zu dem Zwischenfall gemeldet und bewertet die Situation anders. Grundsätzlich bestätigt sie die Abläufe über den Wolken. Der Pilot habe sich aber ihrer Meinung nach richtig verhalten und ruhige klare Ansagen gemacht. Die Crew habe sich zudem um die Passagiere gekümmert und ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. "Klar macht man sich wegen Blaulicht am Boden Gedanken aber ich denke der Pilot hatte besseres zu tun als uns während der Landung darüber zu infomieren", so die Passagierin. Nach der Landung habe er dies nachgeholt. Ein Brummen oder Dröhnen an Bord nach der Landung habe sie nicht vernommen.

Erst im Januar musste eine Maschine eine Sicherheitslandung in Düsseldorf vornehmen. "Wir entschuldigen uns bei allen Passagieren für die entstandenen Unannehmlichkeiten", so das Unternehmen. Der verärgerte Passagier will jetzt die Möglichkeit einer Entschädigung prüfen. "Das war wirklich kein schönes Ende des Urlaubs."