Jungtiere in Herbstferien zu bewundern

Kleinste Affen der Welt im Kölner Zoo geboren

Bei den Zwergseidenaffen im Kölner Zoo gab es Nachwuchs.

Bei den Zwergseidenaffen im Kölner Zoo gab es Nachwuchs.

Köln. Neue Bewohner im beliebten Urwaldhaus des Kölner Zoos: Anfang August gab es bei den Zwergseidenaffen Nachwuchs. Zwei Jungtiere können in den Herbstferien bewundert werden.

Der Vater der beiden geschlechtlich noch unbestimmten Jungtiere ist 2,5 Jahre alt und kam im Februar 2017 aus dem Zoo Magdeburg nach Köln, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die dreijährige Mutter stammt aus dem Zoo Jihlava, Tschechien, und lebt ebenfalls seit Februar 2017 im Kölner Zoo. Waren die beiden Affen bei der Geburt nur daumengroß, sind sie inzwischen gut gewachsen und immer besser zu sehen.

Die Anlage für die kleinste echte Affenart der Welt entstand 2013 im Urwaldhaus des Kölner Zoos. Hier leben sie in direkter Nachbarschaft zu den größten auf der Erde beheimateten Affen, den Gorillas. Auf zehn Quadratmetern Grundfläche und drei Metern Höhe bietet die Anlage den Winzlingen reichlich Platz an der frischen Luft.

Sie ist mit Naturboden versehen, mit Büschen bepflanzt und Ästen verschiedener Stärke eingerichtet. An der Vorderseite haben Besucher die Möglichkeit, die Zwergseidenaffen durch eine Glasscheibe zu beobachten, die mit Bastmatten und Wurzelholz verkleidet ist.

Zwergseidenaffen stammen aus dem Amazonasgebiet Südamerikas. Sie sind mit nur 110 bis 140 Gramm Gewicht und einer Körperlänge von 14 Zentimetern die kleinsten Primaten mit trockenem Nasenspiegel. Obwohl es auf Madagaskar noch kleinere Primaten – zum Beispiel verschiedenen Arten Mausmakis – gibt, zählen diese zu den Lemuren und besitzen einen feuchten Nasenspiegel.

Zwergseidenaffen bewohnen untere Waldschichten, wo eine große Dichte von Stämmen und Ästen ihnen schnelle Fluchtmöglichkeiten vor ihren vielen Raubfeinden bieten. Die Nahrung besteht zu 67 Prozent aus Baumsäften, der Rest aus Früchten und Insekten. Um an die Baumsäfte zu kommen, verfügen sie über spezielle Anpassungen: krallenähnliche Nägel mit scharfen Spitzen, die auch auf glatter Baumrinde guten Halt geben, sowie scharfe große Schneidezähne, mit denen sie Löcher in die Rinde nagen.

Sie leben in Familiengruppen von meist sechs Tieren, bestehend aus einem Paar mit seinen Jungtieren der letzten Würfe. Meist werden zwei Jungtiere pro Wurf geboren. Die Tragzeit beträgt 4,5 Monate. Zumeist trägt der Vater den Nachwuchs.