Magnitude von 2,7

Kölner Erdbeben war stärkstes in NRW des Jahres

Das Epizentrum lag vermutlich an der Grenze von Köln und Hürth.

Das Epizentrum lag vermutlich an der Grenze von Köln und Hürth.

Köln. Am frühen Mittwochabend hat sich in Köln und Umgebung ein Erdbeben der Stärke 2,7 ereignet. Damit ist es das stärkste in NRW gemessene des Jahres.

Am Mittwochabend hat gegen 16.40 Uhr in und um Köln die Erde gebebt. Das Epizentrum wurde in Hürth lokalisiert. Die Erdbebenstation Bensberg der Universität zu Köln zeichnete eine maximale Magnitude von 2,7 auf. Bis 18.55 Uhr konnten vier kleinere Nachbeben zwischen 0,6 und 1,7 gemessen werden, die etwa im selben Epizentrum stattfanden.

Wie Claus Fleischer, technischer Angestellter der Erdbebenstation Bensberg, auf GA-Anfrage mitteilte, kommt es regelmäßig zu Erdstößen in der rheinischen Region. "Entlang des Rhein befindet sich eine Schwächezone, die sich in der Region der Niederrheinischen Bucht weiter ausbreitet", so der Experte. Obwohl über 50 Meldungen von Bürgern bei den Seismologen eigegangen sind, bestehe laut Fleischer kein Grund zur Sorge. Mehrmals wöchentlich werden in Bensberg Erdstöße registriert. Ob nun vermehrt mit Erdbeben oder Nachbeben gerechnet werden muss, konnte Fleischer nicht bestätigen: "Ob ein Erdbeben naht und wie stark dieses sein wird, kann man im Voraus nicht sagen."

"Üblicherweise sind Beben ab einer Magnitude von 2,0 bis 3,0 erst zu verspüren", erklärte Fleischer weiter. Dies ist abhängig davon, wo man sich befindet und wie sensibel der Einzelne auf die Bewegungen reagiert. Im Fachjargon wird von Magnitude gesprochen, wenn es sich um die objektiven und auf physikalischen Messungen basierenden Daten handelt. Diese geben die wirkliche Stärke des Bebens wieder. Die Intensität beschreibt lediglich subjektive Werte. Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Gebäude etc. werden unterschiedlich wahrgenommen und sind abhängig verschiedener äußerer Umstände.

 

Bei der Kölner Polizei sind lediglich eine Handvoll Anrufe besorgter Bürger eingegangen. Bei der Feuerwehr habe laut des Sprechers nur ein beunruhigten Bürgerin angerufen. Verletzte, Schäden und Einsätze ausgelöst durch das Erdbeben blieben sowohl für Polizei als auch für die Feuerwehr aus.

Werte variierten

Verschiedene Dienste und Zentren haben am Mittwochabend verschiedene Werte gemessen: Der Geologische Dienst NRW sprach von einer Magnitude von 2,6 und lokalisierte das Epizentrum an der Grenze von Köln und Hürth. Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam schätzte die Stärke auf 3,1; das Epizentrum habe sich in Rodenkirchen befunden. Erste Berichte des Erdbebendienstes Südwest hatten von einer Stärke von 2,4 und einem Epizentrum bei Brühl gesprochen.

Das belgische Erdbebenzentrum in Brüssel hatte als einer der ersten Melder zunächst eine Stärke von 2,9 angegeben und das Epizentrum südöstlich von Erftstadt verortet. Später korrigierte es die Einschätzung auf 2,8 und verortete das Epizentrum bei Hürth. Das Hypozentrum habe sich rund 14,6 Kilometer unter der Erdoberfläche befunden. Französische Dienste sollen die Stärke mit 3,1 beziehungsweise 3,3 bewertet haben.

Auf der Website Erdbebennews.de berichteten Zeugen, wie sie das Beben erlebt haben. "Leichtes Beben der Möbel, wir saßen und haben es erst realisiert, als es schon vorbei war", schrieb ein Anwohner aus Köln. "Deutlich spürbar. Gegenstände auf der Fensterbank haben hin und her geschwenkt", meinte ein zweiter Zeuge aus Köln. Den Berichten zufolge war das Beben nach wenigen Sekunden wieder vorbei. Es sei im Norden bis nach Leverkusen zu spüren gewesen; im Kölner Süden sei es mit einem lauten Knall einhergegangen.

Auf der Facebook-Seite "Erdbeben in Deutschland" wurden rund 80 Zeugenberichte manuell ausgewertet und in eine Karte umgewandelt. Diese lässt das Epizentrum ebenfalls an der Grenze zu Hürth vermuten: