Nahverkehr zwischen Köln und Bonn

Ist die Barrierefreiheit an den Haltestellen der Linie 16 in Gefahr?

Zwei Bahnen der Linie 16 halten an der Station in Hersel.

Zwei Bahnen der Linie 16 halten an der Station in Hersel.

Wesseling/Bornheim. Die Wesselinger CDU wirft dem Streckenbetreiber, der Häfen und Güterverkehr Köln, beim Ausbau ein falsches Spiel vor. Am Dienstag ist das Ganze Thema im Stadtrat.

Der barrierefreie Ausbau der Haltestellen der Stadtbahnlinie 16 ist ein langgehegter Wunsch vieler Menschen in den Rheinorten. Immer wieder machen Politiker aus Hersel, Uedorf, Widdig und dem Wesselinger Stadtteil Urfeld in dieser Sache Druck. In der Tat hatte die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK, siehe Kasten), die Inhaberin des Netzes der Linie 16 zwischen dem Kölner Süden und der Bonner Stadtgrenze, in der Vergangenheit den Ausbau der Haltestellen angekündigt.

Nach Aussagen der Wesselinger CDU soll die HGK allerdings ein falsches Spiel in der Angelegenheit treiben. Ebenso kritisiert die Union den Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR). Das geht aus einem Antrag der Union für die kommende Sitzung des Wesselinger Stadtrats hervor. In diesem schreibt der Urfelder Ortsbürgermeister und Fraktionsvorsitzende der Wesselinger CDU, Manfred Rothermund: „Entgegen der bisherigen Zusage planen NVR und HGK derzeit den Verzicht auf den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige der Linie 16 in Urfeld, Uedorf, Hersel und Widdig.“

Möglicher Güterverkehr

Nach Angaben der Wesselinger CDU soll stattdessen die Strecke wieder beziehungsweise weiterhin für den Güterverkehr genutzt werden. Dazu gebe es Beschlüsse des NVR aus dem Jahr 2017, heißt es im Antrag der Union weiter, mit dem sie in der Ratssitzung Auskünfte von den Verantwortlichen in der Sache einfordert. In der Tat waren auf dem Streckenabschnitt, der als Mischverkehrsabschnitt gilt, einst Güterzüge gefahren.

Allerdings ist dies seit Jahren schon nicht mehr der Fall. Solange auf der Strecke Güterverkehr aber grundsätzlich möglich ist, können die Haltestellen nicht hoch- und somit barrierefrei gebaut werden. Dann könnten Güterzüge die Stationen nämlich nicht mehr passieren, weil sie breiter als Stadtbahnwagen sind. Allerdings hatte die HGK bereits 2014 mitgeteilt, ein Verfahren zur Stilllegung der Strecke für Güterverkehr zu betreiben.

Auf eine Anfrage des General-Anzeigers will sich die HGK aktuell zu der Sache nicht äußern. Eine Sprecherin verweist auf die Ratssitzung in Wesseling, bei der Vertreter der HGK anwesend sein würden. Im Anschluss an die Sitzung könne man Fragen beantworten, so die Sprecherin. NVR-Sprecher Holger Klein teilt auf GA-Anfrage mit, dass es keine Beschlüsse des Zweckverbands in dieser Sache gebe. Überhaupt sei der NVR für den Ausbau nicht zuständig, dies sei die Angelegenheit der HGK. Tatsächlich wäre der NVR in die Sache erst involviert, wenn die Häfen und Güterverkehr Köln über ihn Fördergelder für eventuelle Arbeiten beantragen würde.

Die Sitzung des Wesselinger Stadtrats findet am Dienstag, 29. Mai, im Neuen Rathaus Wesseling, Alfons-Müller-Platz, statt. Beginn ist um 18 Uhr, der Tagesordnungspunkt zur Linie 16 ist öffentlich.