Um Verspätungen zu reduzieren

Eurowings testet neue Gepäck-Regelung in Köln/Bonn

Mal sechs Kilogramm, mal acht Kilogramm: Sowohl beim Handgepäck als auch beim Aufgabegepäck unterscheiden sich die Regelungen der Airlines teilweise deutlich.

Eine Passagierin verstaut ihr Gepäck.

Köln/Bonn. Einen Testlauf zur Gepäckmitnahme testet die Fluggesellschaft Eurowings seit März am Flughafen Köln/Bonn. Die Maßnahme soll Verspätungen vorbeugen.

Nicht selten kommt es an Flughäfen zu Verspätungen. Die Gründe dafür sind unter anderem Personalmangel und Kapazitätsprobleme. Aber auch Handgepäck kann dazu beitragen, dass Flieger ihren Zeitplan nicht einhalten. Wie Eurowings feststellte, ist der Handgepäcksprozess beim Boarding einer der kritischen Prozesse, etwa wenn Passagiere zu große und zu schwere Gepäckstücke mit an Bord nehmen wollen. Die meiste Zeit nimmt dabei das Verstauen in Anspruch, sodass sich die Abläufe beim Einsteigen verzögern.

"Oft hebt ein Flug verspätet ab, da Gepäckstücke noch in letzter Minute in den Frachtraum gebracht werden müssen", sagte Eurowings-Sprecher Florian Gränzdörffer am Freitagmorgen auf GA-Anfrage. Deswegen testet die Fluggesellschaft am Flughafen Köln/Bonn nun neue Regelungen für die Mitnahme von Gepäck. Seit Anfang März bekommen Passagiere im Vorfeld eine SMS oder E-Mail mit dem Hinweis, auf große Gepäckstücke in der Kabine möglichst zu verzichten. Sie haben stattdessen die Möglichkeit, ihre Taschen kostenlos am Check-In-Schalter abzugeben. Eurowings erhofft sich davon eine Zeitersparnis.

Bereits Ende Januar haben an einzelnen Gates erste Testläufe stattgefunden. "Jetzt gibt es in Köln einen stationsweiten Testlauf", so Gränzdörffer. "Dabei fließen die zuvor gewonnenen Erkenntnisse ein." Sukzessive sollen die neuen Prozesse dann an weiteren Eurowings-Stationen eingeführt werden.

Laut Eurowings gebe es viele positive Rückmeldungen. Insbesondere die im Vorfeld verschickte SMS komme sehr gut an. Doch nicht jeder Fluggast ist überzeugt. Es gebe auch kritische Stimmen. Denn einige möchten ihr Gepäck ungern aus der Hand geben. Vor allem bei Kurzstreckenflügen empfinden es manche Passagiere als aufwendiger, wenn sie nach der Landung auf ihre größeren Gepäckstücke warten müssen. Diese Rückmeldungen berücksichtigt das Unternehmen ebenfalls bei der Weiterentwicklung der Abläufe.