Kommentar zum Majolika-Quartier

Chance für Radverkehr

Auf dem früheren Firmengelände von Majolika in Rheinbach sollen Wohnungen für rund 590 Menschen entstehen.

Auf dem früheren Firmengelände von Majolika in Rheinbach sollen Wohnungen für rund 590 Menschen entstehen.

Im „Majolika-Quartier“ in Rheinbach entstehen auf dem ehemaligen Areal der Tonwarenfabrik 287 Wohneinheiten in Zentrumsnähe. Die 591 geplanten Fahrradstellplätze sind ein klares und richtiges Signal.

Man muss nur einen Blick auf den Rheinbacher Stadtplan riskieren, um zu erkennen, dass die Lage des künftigen Baugebietes unbestritten günstiger kaum sein könnte. Maximal 150 Meter bis zu einer von drei Bushaltestellen und 250 Meter bis zum Bahnhof sind ein Mobilitätsfaktor, der viele der 590 künftigen Bewohnern des „Majolika-Quartiers“ dazu veranlassen könnte, auf das Auto zu verzichten.

Dass die Bebauung des früheren Manufakturgeländes somit eine Chance für den in Rheinbach bislang eher stiefmütterlich behandelten Radverkehr ist, lässt auch das Mobilitätskonzept für das Quartier erahnen. Wenn der Verkehrsgutachter dem regionalen Investor vorschlägt, bei 590 Bewohnern für 591 Fahrradstellplätze auf dem Gelände zu sorgen, aber nur für 144 Autostellplätze, ist das ein klares und richtiges Signal für den Verkehr auf zwei Rädern. Und in Zeiten einer sprunghaften Zunahme von E-Bikes ist das Radfahren auch kein Privileg der Jugend, sondern ein Angebot, welches alle Generationen annehmen.

Zwingend Niederschlag finden sollten diese Mobilitätsvisionen allerdings in dem städtebaulichen Vertrag, den die Stadt Rheinbach mit dem Investor abschließen muss, ehe die Bauarbeiten an der Keramikerstraße beginnen. Mit diesem Instrument hat die Kommune die Möglichkeit, Zukunftsweisendes festzuschreiben. Das gilt auch für die Vielfalt der möglichen Wohnformen im „Majolika-Quartier“– vom schicken Appartement bis zum dringend benötigten öffentlich geförderten Wohnraum.