Mit Strom durchs Vorgebirge

Bornheim bekommt Ladesäulen für Elektrofahrzeuge

Am Peter-Hausmann-Platz können E-Autos für die nächste Fahrt aufgeladen werden.

Am Peter-Hausmann-Platz können E-Autos für die nächste Fahrt aufgeladen werden.

Rhein-Sieg-Kreis. In Bornheim nimmt E-Regio neue Ladesäulen in Betrieb. Insgesamt wird das Netz im Linksrheinischen weiter ausgebaut. Das ist notwendig, da auch die Auslastung weiter steigt.

Für Besitzer von Elektrofahrzeugen erweitert sich in Bornheim das Angebot an öffentlichen Ladestationen: Zwei neue Säulen hat der Euskirchener Energieanbieter E-Regio am Peter-Hausmann-Platz installiert und wird sich künftig auch um Betrieb und Instandhaltung kümmern. Geschäftsführer Christian Metze und Geschäftsleiter Ludger Ridder stellten gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Henseler den Standort vor.

Damit hat E-Regio zusätzlich zur Station auf dem Parkplatz am Sechtemer Bahnhof seine Ladekapazität für E-Fahrzeuge nun auf zwei Stätten im Stadtgebiet erweitert. An beiden Stationen können jeweils zwei Fahrzeuge mit bis zu 22 Kilowatt „aufgetankt“ werden. „Am Peter-Hausmann-Platz kann man die Zeit während des Einkaufens nutzen. Die Lademöglichkeit in Sechtem ist vor allem für Pendler interessant“, sagte Henseler.

Rund 10.000 Euro kostete die Installation der beiden Säulen in Bornheims Innenstadt – Geld, das laut Metze gut angelegt ist. Der Strom wird komplett aus Wasserkraft erzeugt. Dass die E-Mobilität im Kommen ist, sei für Metze eindeutig. Denn auch die Reichweiten der Autos würden in jeder Generation weiter verbessert, sodass ein Wechsel auf E-Mobilität keine große Einschränkungen mehr zur Folge habe. Auch die Bornheimer Stadtverwaltung überlegt, ihre drei E-Autos durch Fahrzeuge der nächsten Generation zu ersetzen.

 

Installation kostete rund 10.000 Euro

Die ersten Lademöglichkeiten hat E-Regio in ihrem Zuständigkeitsbereich 2016 aufgebaut. Mittlerweile umfasst das Ladenetz 90 Punkte zwischen Bad Münstereifel, Zülpich, Meckenheim und Bornheim. In der Voreifel und dem Vorgebirge sind es bislang zehn Ladestationen. „Wir suchen immer nach attraktiven, belebten Standorten, mit denen eine gewisse Verweildauer verbunden ist. Dazu gehören zum Beispiel Schwimmbäder, Stadtzentren/Einkaufsmärkte oder P & R-Parkplätze. Die Standorte werden immer in enger Abstimmung mit den Stadt- und Gemeinderäten ausgewählt“, sagt Ilona Schäfer, Pressesprecherin von E-Regio.

Seit dem Bau der ersten Ladesäule habe sich die Stromabgabe verzehnfacht. „Die Auslastung steigt ständig“, so Schäfer. Der Energieversorger plant derzeit zwei weitere Standorte in Alfter. Im gesamten Verbreitungsgebiet sollen noch vereinzelt neue Tankmöglichkeiten hinzukommen, aber insgesamt sei der Aufbau von öffentlich zugänglichen Säulen abgeschlossen.

Für eine Tankfüllung Strom zahlen E-Regio-Kunden zwei, Nichtkunden vier Euro. Eine entsprechende Chipkarte erhalten E-Fahrer, wenn sie sich registrieren lassen. An allen E-Regio-Ladestationen können die Kunden auch per App laden und bezahlen. Dafür hat sich der Energieversorger dem regionalen Netzwerk aus 15 Unternehmen angeschlossen, dem sogenannten TankE. E-Regio arbeitet aber auch mit dem europaweiten Anbieter Plugsurfing zusammen. Je nach Akkugröße und verbauter Technik dauert der Ladevorgang zwischen zwei und sieben Stunden.

Den Anfang machte 2013 Rheinenergie

Die ersten Ladesäulen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis hatte jedoch der Kölner Energieversorger Rheinenergie schon 2013 aufgestellt. Im Rahmen des Forschungsprojektes „colognE-mobil“ hat das Unternehmen von 2013 bis Ende 2015 in Köln und Umgebung zahlreiche Ladestationen installiert. „Das hat dazu geführt, dass wir ein dichtes Netz im Rheinland haben“, erklärte Christoph Preuß, Unternehmenssprecher von Rheinenergie. Das Netz soll aber weiter ausgebaut werden. Daher arbeitet das Unternehmen mit örtlichen Kooperationspartnern wie Städten, Gemeinden oder auch Firmen zusammen, die passende Standorte vorschlagen. Derzeit ist das Laden an den vier Standorten noch kostenlos, soll aber zukünftig kostenpflichtig werden.

Auch Innogy, Tochtergesellschaft des Energieversorgers RWE, hat in der Region E-Tanksäulen in Betrieb. Derzeit sind es neun Standorte. Innogy erhebt nicht pro Ladevorgang einen Festbetrag, sondern rechnet den getankten Strom nach Kilowattstunden ab. Nicht-Kunden zahlen 39 Cent pro Kilowattstunde. „Man fährt nicht zum Tanken, sondern lädt da, wo man sowieso ist“, sagte Julika Gang, Pressesprecherin von Innogy SE. Daher finden sich die Ladestellen beispielsweise am Alfterer und Meckenheimer Rathaus. Auch wenn Besitzer von Elektroautos ihre Fahrzeuge vornehmlich zu Hause oder am Arbeitsplatz laden, werden öffentliche Tankstellen genutzt. „Die Ladeinfrastruktur braucht man trotzdem – die ist auch psychologisch wichtig“, erklärt Gang. Innogy plant daher, noch weitere E-Ladesäulen aufzustellen. Je nach Modell reicht eine Tankladung für eine Strecke von 300 bis 400 Kilometern.

Seit dem 18. März 2016 müssen die Energieunternehmen ihre E-Ladesäulen bei der Bundesnetzagentur melden, die auf ihrer Internetseite ein Verzeichnis führt. Die Grafik basiert auf der aktuellen Liste und der Karte von TankE.

Die aktuelle Karte mit weiteren Infos zu den Ladestationen unter www.bundesnetzagentur.de