Gotteshäuser geschlossen

Altar in Kirche in Euskirchen mit Hundekot beschmiert

Symbolfoto.

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EUSKIRCHEN. Zunehmender Vandalismus zwingt die Stadtpfarrei St. Martin, drei Kirchen in der Euskirchener Innenstadt zu schließen. Zuletzt sei ein Altar mit Hundekot beschmiert worden. Der Kirchenvorstand berät das weitere Vorgehen.

Die Kirchen St. Martin, St. Matthias und Herz-Jesu in der Euskirchener Innenstadt sind aktuell geschlossen. Das bestätigte Jürgen Mausolf, Verwaltungsleiter der Stadtpfarrei St. Martin, am Freitagmorgen auf GA-Anfrage. Zunehmender Vandalismus habe die Pfarrei zu diesem Schritt gezwungen.

"Es hält sich eine Klientel in und um die Kirchen auf, die eindeutig nicht normalen Kirchenbesuchern zuzuordnen ist. Wir sehen, dass sich Drogensüchtige und Obdachlose dort aufhalten", sagt Mausolf, der davon berichtet, dass entsprechendes Material zum Konsum von Drogen gefunden wurde. Doch nicht nur das: "Es wurde auch schon in einen Weihwasserdeckel uriniert und der Altar der Kirche St. Matthias mit Hundekot beschmiert", fährt Mausolf fort. Leider habe man es versäumt, diesen Vorfall der Euskirchener Polizei zu melden. "Wir haben da keine Erkenntnisse zu", sagt dementsprechend Franz Küpper aus der Pressestelle der Euskirchener Polizei. "Uns wurde kein Vandalismus gemeldet."

Das Ordnungsamt der Stadt kontrolliert rund um die Kirchen regelmäßig. "Wir sprechen natürlich auch die dortigen Menschen an. Fakt ist aber: Wir können nur Präsenz zeigen, durchgreifen kann nur die Polizei", berichtet Silke Winter, Pressesprecherin der Stadt Euskirchen auf GA-Anfrage. Mit Polizei und Caritas arbeite man aber eng zusammen.

Kirchenvorstand berät am Ende der Sommerferien

Warum der Vandalismus in den Gotteshäusern ausgerechnet jetzt so zugenommen hat, kann sich Mausolf nur bedingt erklären: "Eventuell hängt es mit den zuletzt so warmen Temperaturen zusammen, weil es in den Kirchen kühler ist." Kirchen seien mit ihren vielen Nischen und verwinkelten Ecken schon immer beliebte Plätze für "dunkle Gestalten" gewesen, die jüngsten Vorfälle würden aber das Sicherheitsempfinden der regulären Kirchenbesucher stören, so Mausolf.

Der Verwaltungsleiter hofft, dass sich die Situation mit dem Ende der Sommerferien wieder bessert - dann sei die Urlaubszeit vorbei und wieder mehr Personal zur Kontrolle da. "Wobei man auch sagen muss, dass das Thema damit nicht erledigt ist", sagt Mausolf. Klar ist, dass die Kirchen dann wieder geöffnet werden sollen: "Geschlossene Kirchen sind tote Kirchen."

Über das weitere Vorgehen berät der Kirchenvorstand zum Ende der Ferien. Wünschenswert sei es aus Jürgen Mausolfs Sicht, dass dauerhaft jemand in den Gotteshäusern sei. In Ostdeutschland etwa habe es sich bewährt, dass kleine Händler ihre Waren dort verkaufen. Mausolf: "Ich kann mir vorstellen, dass sich die Lage bessert, wenn die Menschen das Gefühl haben, beobachtet zu werden."

Zumindest in den Sommerferien wird sich innerhalb der Gebäude nichts mehr ändern. Die drei Kirchen öffnen bis dahin nur zu Gottesdienstzeiten.