Tourismus in Vorgebirge und Voreifel

120 Radweg-Kilometer auf der "rheinischen Apfelroute"

Werben für die Apfelroute: Vertreter der Rhein-Voreifel Touristik auf dem Betriebsgelände des Obstbauern Schmitz-Hübsch.

Werben für die Apfelroute: Vertreter der Rhein-Voreifel Touristik auf dem Betriebsgelände des Obstbauern Schmitz-Hübsch.

Rhein-Sieg-Kreis. Landschaft, Landwirtschaft und Bauerncafés: Die "rheinische Apfelroute" soll (Rad-)Touristen in den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis locken. Die Strecke durch sechs Städte und Gemeinden will der Verein Rhein-Voreifel Touristik im Mai 2019 eröffnen.

Am Wochenende 18./19. Mai 2019 soll die "rheinische Apfelroute" offiziell eröffnet werden. In seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Rhein-Voreifel Touristik (RVT) gab Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher das Startdatum für den großen Radweg durch das linksrheinische Kreisgebiet bekannt.

Dafür hatte der RVT einen passenden Ort ausgewählt. Um Neues von dem Projekt zu berichten, hatte der 2004 gegründete Tourismusverein in das Museum des Obstbauers Schmitz-Hübsch in Bornheim-Merten eingeladen.

Bei der "rheinischen Apfelroute" handelt es sich um einen 120 Kilometer langen Radweg, der durch alle sechs Kommunen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis führen wird: Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg (der GA berichtete). Ergänzt wird die Strecke durch sechs Nebenrouten, die zwischen 15 und 40 Kilometer lang sind.

Geführt werden die Radler von Hinweistafeln mit einem Logo, das den Schriftzug „Apfelroute“ trägt. Das Logo symbolisiere einerseits einen Apfel und andererseits die Lage der Kommunen im Linksrheinischen, erläuterte Thomas Baumann, Projektkoordinator beim RVT. Entwickelt wurde das Signet von der Bonner Agentur Schwind in Zusammenarbeit mit dem RVT.

Laut Baumann baut die Route auf bereits bestehenden Radwegen auf. 60 Prozent seien bereits vorhanden. Diese werden – ebenso wie die noch zu schaffenden Radwege – mit dem Logo beschriftet.

Bahnhaltepunkte und E-Bike-Verleih an der Strecke

Die Route wird an Betrieben, Hofläden und Hofcafés vorbeiführen. Durch elf an der Strecke liegende Stadt- beziehungsweise S-Bahnhaltestellen soll sie gut erschlossen werden. Auch das geplante E-Bike-Verleihsystem der Gesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK) soll integriert werden.

Schumacher nannte die "rheinische Apfelroute" „eine wunderbare neue Projektidee des RVT“. Die Region sei das drittgrößte Obst- und Gemüseanbaugebiet Deutschlands, erläuterte er weiter. Mit dem Radweg soll diese „wunderbare Natur- und Kulturlandschaft“ sichtbar gemacht werden.

Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner hob die verschiedenen Nebenstrecken der Radroute hervor. Bornheims Stadtoberhaupt Wolfgang Henseler drückte seine Hoffnung aus, dass der Radweg auch den Betrieben in der Region bei der Vermarktung ihrer Produkte hilft.

Die "Apfelroute" sei „ein deutlicher Beitrag zur Wirtschaftsförderung“, meinte auch Rheinbachs Erster Beigeordneter, Raffael Knauber. Wachtbergs Beigeordneter Swen Christian meinte, dass die Radroute auch zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung beitragen und Verständnis für die Belange der Landwirtschaft schaffen könne.

Die Kosten für Planung, Konzeption und Umsetzung der Route beziffert der RVT auf rund 576.300 Euro. 80 Prozent der Summe kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der EU. Den Rest – rund 115.260 Euro – muss der RVT aufbringen.

Der Verein wurde im April 2004 auf Initiative der Bürgermeister der Mitgliedskommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg gegründet. Nach Angaben von Projektkoordinator Thomas Baumann ist mit der Eröffnung des Radwegs im Mai des kommenden Jahres die Arbeit aber nicht abgeschlossen: „Dann geht die Vermarktung erst los.“