Erneutes Richtfest

Zweiter Wohnheimbau für den Campus Remagen geht voran

Im Frühjahr oder Sommer 2020 soll es bezugsfertig sein: Blick auf den Rohbau des neuen Studentenwohnheims in Remagen.

Im Frühjahr oder Sommer 2020 soll es bezugsfertig sein: Blick auf den Rohbau des neuen Studentenwohnheims in Remagen.

REMAGEN. Es darf wieder Richtfest gefeiert werden auf dem Rhein-Ahr-Campus. Studierendenwerk und Hochschule Koblenz bauen ein multifunktionales Gebäude mit 75 Wohnplätzen und Seminartrakt. Im Frühjahr 2020 soll es bezugsfertig sein.

Der Termin für das Richtfest des zweiten Wohnheims auf dem Rhein-Ahr-Campus steht schon fest. Am Dienstag, 19. März, ab 12 Uhr soll der Abschluss des Rohbaus offiziell gefeiert werden.

„Was entsteht denn da?“ So rätseln Passanten mitunter über den Verwendungszweck. Der ist freilich kein Geheimnis. Es geht bei dem Neubau auf dem 4850 Quadratmeter großem Grundstück sowohl um ein Studierendenwohnheim als auch um einen Hochschultrakt. Auftraggeber ist das Studierendenwerk Koblenz. Dieses baut derzeit mit seinem Kooperationspartner Hochschule Koblenz das multifunktionale Gebäude mit 75 Wohnplätzen für Studenten und einem Seminar- und Bürotrakt. Die Kreisverwaltung Ahrweiler erteilte im März 2018 die Baugenehmigung.

Wie Gabriele Riedle-Müller, Geschäftsführerin des Studierendenwerks, mitteilt, schlägt das insgesamt rund 7,5 Millionen Euro teure Projekt mit 5,5 Millionen für das Wohnheim zu Buche. Zwei Millionen Euro fallen an für den Trakt der Hochschule, den diese auch selbst finanziert.

Wohnraum für Studenten ist gefragter denn je. Nach Angaben der Hochschule studierten vor zehn Jahren 2716 Menschen in Remagen, während im Wintersemester 2018/19 aktuell 3012 Menschen eingeschrieben sind. Die Gesamtzahl stieg damit um knapp elf Prozent, die der international Studierenden – gegenwärtig 591 – sogar um 50 Prozent.

Erste Pläne für zusätzliches Wohnheim bereits 2011

Den Bedarf kann die bestehende, seit Wintersemester 2005/06 genutzte Studentenwohnanlage Von-Cramm-Straße mit 102 Wohnplätzen nicht decken. Riedle-Müller: „In 2018 bewarben sich 142 Studierende um einen Wohnheimplatz, 53 konnten berücksichtigt werden, nach Beginn des laufenden Wintersemesters stehen noch 81 Personen auf der Warteliste.“ Zwar sind 2018 in der privaten Wohnungsbörse des Studierendenwerks 112 Angebote eingegangen, darunter auch solche der neuen Wohnform „Wohnen für Hilfe“. Doch passgerecht zu logieren bedeutet für junge Leute, die ein Minimum an Zeit und Geld für Wege zum Lernort aufwenden wollen, optimalerweise die Lage auf dem Campus.

„Erste Überlegungen für ein zusätzliches Wohnheim gehen auf das Jahr 2011 zurück“, so Riedle-Müller. „Allerdings gab es kein geeignetes Grundstück. Und der Gebäudekörper wurde durch die Kooperation mit der Hochschule – also mit der Angliederung des Seminartrakts mit zwei großen und zwei kleinen Seminarräumen plus Büro- und Technikräumen – größer als ursprünglich geplant.“ Synergieeffekte gibt es durch einen gemeinsamen Erschließungskern mit Aufzug und Haustechnikräumen. Angedacht war anfangs die Erweiterung des ersten Wohnheims. Auch zog man in Betracht, Gebäude des Verkehrs-Verlags Remagen umzubauen. Zudem galt es zu klären, ob Landeszuschüsse fließen. Das tun sie im Gegensatz zum ersten Wohnheim nicht. „Es ist politischer Wille, dass sich die Hochschulen international verorten. Das geht nur, wenn wir Studenten aus dem Ausland aufnehmen und deutsche Studenten im Ausland studieren“, stellt Gabriele Riedle-Müller fest. Erstaunen mag es daher, dass zu Zeiten gestiegener Ausländerzahlen keine Zuschüsse mehr bewilligt werden.

Erster Spatenstich wurde wiederholt verschoben

Der erste Spatenstich zum kombinierten Projekt aus Wohnheim und Weiterbildungszentrum ist wiederholt verschoben worden. Dafür sind nicht verantwortlich die Untersuchung des Bauplatzes durch den Kampfmittelräumdienst („glücklicherweise unauffällig“) sowie die Begutachtung durch die Landesarchäologie. „Man stieß auf Funde aus der Keltenzeit und konnte erstmals stichhaltig belegen, dass die Kelten in Remagen gesiedelt haben“, freut sich Riedle-Müller über die nützliche Nebenwirkung des Bauprojekts.

Nach der zwischenzeitlich etwas abgeänderten Planung, so informiert Riedle-Müller, entstehen 75 Wohnplätze in Einzel- und Doppelappartements. Davon sind vier barrierefrei und zwei rollstuhlgerecht. Jede Wohnung verfügt über Nasszelle und Mini-Einbauküche. Die Wohn-Schlaf-Räume sind mit Bett, Schrank, Schreibtisch und -stuhl sowie einem Regal ausgestattet.

Außerdem können die Bewohner einen rund 25 Quadratmeter großen Lern- und Arbeitsraum nutzen. Darüber hinaus stehen ihnen ein Raum mit Waschmaschinen und Trocknern sowie Fahrradabstellplätze zur Verfügung.

Das zweite Studentenwohnheim wird wie das erste an der Von-Cramm-Straße liegen. Mit weiteren Bauverzögerungen muss man offenbar nicht rechnen. „Das Gebäude wird im Frühjahr oder Sommer 2020 bezugsfertig sein“, gibt sich Riedle-Müller zuversichtlich.