Kunstausstellung in Swakopmund

Künstler Eberhard Marx aus Remagen stellt in Namibia aus

Die letzten Pinselstriche sind getan: Eberhard Marx mit Bildern, die er in Swakopmund ausstellen wird.

Die letzten Pinselstriche sind getan: Eberhard Marx mit Bildern, die er in Swakopmund ausstellen wird.

REMAGEN. Die Koffer sind gepackt. Der Remagener Künstler Eberhard Marx fliegt nach Namibia, um ab 6. Juli eine Einzelausstellung in der Galerie von Martina von Wenzel in Swakopmund zu bestreiten.

Eine spannende Reise nach Namibia hat der Maler Eberhard Marx vor sich. Dazu kam der gebürtige Dresdener, der als Künstler nach Stationen in Franken und Bad Breisig in Remagen lebt, „wie die Jungfrau zum Kinde“.

Im Vorjahr sprach den heute 66-Jährigen bei der Messe „Kölner Liste“ Martina von Wenzel aus Namibia an. Sie vertrat ein paar Kojen weiter ihre Fine Art Gallery in Swakopmund. „Wir haben in Afrika keine Surrealisten und magischen Realisten“, bekundete von Wenzel vor Marx‘ fein gepinselten und verrätselten Ölgemälden. Spontan bot sie ihm eine Ausstellung in ihrer Galerie an, Unterkunft und Ankaufsgarantie für ein Bild inklusive.

Der Maler vom Rhein überlegte nicht lange, zumal seine Lebensgefährtin Brigitte Miltenburger, die bereits ins Land gereist ist und gut Englisch spricht, zusagte, ihn zu begleiten. Die Koffer sind gepackt. Marx‘ Solo-Präsentation startet am 6. Juli. Zur Eröffnung wird Clarissa Judmann, Kulturreferentin der Deutschen Botschaft Windhoek, die Laudatio halten.

Mit elf Arbeiten geht es nach Swakopmund, das in der Wüste Namib, direkt am Atlantik liegt. Zu Kolonialzeiten war es die wichtigste Küstenstadt für die Versorgung der deutschen Siedler und Schutztruppen in Deutsch Südwestafrika. Marx will bei seinem Besuch die Wüste und die Atlantikküste um Swakopmund mit Stift und Fotoapparat erkunden. Geplant sind auch ein Tag in Windhoek, der Hauptstadt Namibias und eine kleine Safari, um die legendären Big Five –Nashorn, Löwe, Büffel, Leopard, Elefant – zu sehen.

Bilder machen neugierig

Sehr beschäftigt war der Maler über Monate. Eigens für die Ausstellung schuf er acht neue Bilder, was bei seiner Akribie und Schichtmalerei viel Zeit kostete. Obgleich er sich thematisch ganz aus das Land eingelassen hat, ist jedes Bild wieder ein echter Marx geworden, da er sein Interesse für Technik, Steine, Landschaft und Zeitgeschichte einfließen lassen konnte. Hinterlassenschaften früher Siedler lassen grüßen.

In „Garubsorgel“ ist es ein verwaistes Bahnwärterhäuschen, in „Apfelwerk II“ ein mittig kugeliges Metallröhrensystem im Sand und bei „Twyfelfontain I“, benannt nach einem Tal mit steinzeitlichen Felszeichnungen und faszinierenden Steinformationen, eine auf Lavasäulen aufgebockte Lokomobile.

Die Bilder machen neugierig auf ein Land, in dem die Deutschen unrühmlich gewaltet haben. „Am deutschen Wesen“ titelt Marx eine Komposition mit riesigem Hydranten. Davor schnellt zwischen Mauern im Sand, wie Kai aus der Kiste, ein Offizier. Neben ihm rufen sonnengebleichte Schädel den Völkermord an den einheimischen Herero in Erinnerung und generell das koloniale Gewaltsystem.

Herrlich abstrus ragt indes in „Kolmannskuppe“, der versandenden deutschen Diamantengräber-Siedlung, ein Haus auf Rohren in die Höhe. „Sandmaschine“ erklärt, woher das ganze Gebrösel eigentlich kommt. Und das Bild „Dem letzten seiner Art und seinen tapferen Bezwingern“ gilt dem vom Aussterben bedrohten Wüstenlöwen. Der Erlös soll einer Organisation zufließen, die für den Erhalt der Art kämpft.