Katharinentag in Maria Laach

Mönche der Benediktiner-Abtei feiern 125. Wiederkehr

Zwei Gottesdienste gehörten zum Festprogramm.

Zwei Gottesdienste gehörten zum Festprogramm.

MARIA LAACH. Die Benediktinermönche von Maria Laach feierten die 125. Wiederkehr des Tages der Wiederbesiedlung des Klosters 1892 mit einem Blick nach vorne.

Die Mönche der Benediktiner-Abtei Maria Laach haben die 125. Wiederkehr des Tages der Wiederbesiedlung des Klosters mit einem großen Festprogramm gefeiert. Zwischen zwei Gottesdiensten mit hohem Besuch war ein Festakt eingebettet, der sich besonders mit der Frage nach der Zukunftsaufgabe der Mönche beschäftigte. Ein volles Kirchenschiff und ein interessiertes Publikum zeigten das große Interesse der Bevölkerung.

Traditionell wird am Katharinentag jeden Jahres eine weitere Kerze in Erinnerung an die Wiederbesiedlung 1892 durch die Erzabtei St. Martin in Beuron entzündet. Zur 125. Kerze kamen nun die Mitbrüder aus dem Oberen Donautal erneut zu Besuch und hüllten den Platz vor der Kirche in das schwarz der Kutten. Erzabt Tutilo Burger stand dem morgendlichen Festgottesdienst vor und legte in seiner Predigt einen besonderen Aspekt darauf, dass Klöster Orte gelebter Liturgie seien. Zum nachmittäglichen Empfang fanden sich weitere Ehrengäste ein, darunter CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner und der Münsteraner Bischof Felix Genn.

Zum Festakt begrüßte Pater Prior Administrator Andreas Werner den 2014 in seinem Amt nicht bestätigten Abt Benedikt Müntnich, dessen Anwesenheit von den Festgästen mit tosendem Applaus aufgenommen wurde. Kreisbeigeordneter Horst Gies hob in seinem Grußwort hervor, wie sehr es ihn freue, vor dem Hintergrund von Klosterschließungen wie in Ahrweiler die Abtei lebendig zu sehen. Sie sei „ein Zeugnis vom Glauben vergangener, aber auch gegenwärtiger Generationen“. Aus Blick des Kreises wäre neben Spiritualität und Kultur das Kloster auch ein wichtiger „Wirtschaftsfaktor in unserer Region“.

Werner und Müntnich ließen sich auf Fragen ein

Aus dem Kreis Mayen-Koblenz sprach Beigeordneter Rolf Schäfer. „Das Kloster gehörte immer zum Familienausflug dazu“, erinnerte er sich und hoffte, dass diese Selbstverständlichkeit auch kommenden Generationen offen stehen kann. Er attestierte der Abtei eine „Strahlkraft weit über die Eifel und unser Land hinaus“. Seiner Meinung nach, war es „sinnhaft und gut, sich zu öffnen“ und er wünschte den Benediktinern, dass sie weiterhin „Brücken von der Vergangenheit in die Zukunft“ bauen mögen.

Vikarin Michelle Kirchner und Presbyterin Manuela Richert der evangelischen Ortsgemeinde überbrachten als Geschenk einen Kasten Reformations-Vulkanbräu, um daran zu erinnern, dass die Wiederbesiedlung der Abtei und die Gründung der Gemeinde auf das gleiche Jahr zurückgehen.

Anstelle eines Festvortrags ließen sich Pater Werner und Abt Müntnich auf die Fragen aus dem Publikum ein, wie es mit dem Kloster weitergehen könne. Auf den Dank von Verbandsbürgermeister Johannes Bell, dass Maria Laach einen wichtigen Part auch in der Gemeindestrukturreform des Bistums Trier einnimmt als Rückzugsort zahlreicher Gläubiger, antwortete Müntnich spontan: „Sie hätten auch sagen können: ‚Stellt Euch auf die Hinterbeine!‘“ Werner unterstrich die drei Säulen der Arbeit: Handwerk, Liturgie und Kunst. Zukunft, so waren sich beide Gesprächspartner einig, hat nur die Gemeinschaft, die sich authentisch unter die Führung des Evangeliums stellt und offen für jede Begegnung ist.

Dies unterstrich auch Bischof Stephan Ackermann, der am Abend der Ponitifikalvesper vorstand. Er betonte ein Leben aus Dankbarkeit in Gemeinschaft. Der Tag endete, wie er begonnen hatte: mit einem vollen Kirchenschiff.