Karl-Friedrich Amendt an der Spitze

Jetzt ist der Vorstand rechtens

Der Vorstand der Sinziger Kulturpfleger um (von links) Karl-Friedrich Amendt, Agnes Menacher und Matthias Röcke. FOTO: GAUSMANN

Der Vorstand der Sinziger Kulturpfleger um (von links) Karl-Friedrich Amendt, Agnes Menacher und Matthias Röcke.

SINZIG. Sinziger Kultur- und Denkmalpfleger wählten erneut. "Idolino" musste "umziehen".

Früher als erwartet standen beim Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig wieder Wahlen an. Wie der Vorsitzende Karl-Friedrich Amendt der Mitgliederversammlung im Schloss erläuterte, hatte das Amtsgericht Koblenz nur die Wahl des Vorsitzenden akzeptiert, das Block-Wahlverfahren im Vorjahr für die übrigen Vorstandsmitglieder aber beanstandet.

Nach der Entlastung des Vorstandes erfolgte daher das Votum in Einzelabstimmung: Agnes Menacher und Matthias Röcke sind stellvertretende Vorsitzende, Gottfried Nonnast ist Schatzmeister und Franz Krämer Schriftführer. Außer Webmaster Tobias Kunze, der nicht mehr kandidierte und dem Amendt für seine Arbeit dankte, wurden die anderen im Vorjahr unwissentlich "falsch" ermittelten Vorstandsmitglieder wiedergewählt.

Beisitzer sind damit in Zukunft Peter Billig, Josef Erhardt, Hildegard Ginzler, Sarah Kasper-Brötz und Dirk Meyer, zukünftig verstärkt durch Angelika Schneider, die sich bereits im Heimatmuseum engagiert hat und Thomas Jödicke, Sinziger Musikschulleiter, der sich als kulturell interessierter Bürger "automatisch" zur Mitarbeit empfahl.

"Einwandfrei", urteilten Ellen Collombon und Helmut Deurer über Gottfried Nonnasts Kassenführung. Die guten Finanzen erlaubten es dem aktuell 129 Mitglieder starken Verein wieder das Museum zu fördern. Mit 5717 Euro entfiel der größte Anteil auf die Restaurierung zweier historischer Kommoden.

Museumsleiterin Agnes Menacher freute sich auch über die neue Sechseckvitrine aus Mitteln der Stadt für die römische Keramik des Bonner LVR-Landesmuseums. Sie blickt zufrieden auf das Museumsjahr 2014 mit einem erfolgreichen Museumstag, der Ausstellung "Carl Christian Andreae" und den Veranstaltungen des Vereins Kunstgeflecht. Der diesjährige Museumstag am 17. Mai eröffnet zugleich die Ausstellung "Kriegsende und dann...? - Kreis Ahrweiler 1944-1946".

Menacher, welche die Dokumentation geplant hat, zeigte sich erleichtert und dankbar über eine gesicherte Finanzierung. Die Stadt gibt 5000 Euro, der Kreis Ahrweiler 1000 Euro und der Denkmalverein, sofern nötig, bis zu 5000 Euro.

Abwechslungsreiche Exkursionen und Turmgespräche, offen für Mitglieder und Gäste, prägten das Vereinsjahr. Attraktives lockt auch 2015, etwa, wenn Amendt am 19. Februar über die Ausführungen von Wegkreuzen spricht oder hinweisend auf das Stadtjubiläum, am 2. April über "750 Jahre Stadt Sinzig".

Es liegt auch bereits der Entwurf einer Schrift zum Thema vor. Im Internet finden sich unter www.museum-sinzig.de Berichte und das neue Vereinsprogramm. Ein Wermutstropfen trübte indes die einvernehmliche Zusammenkunft. Museumsleiterin Menacher reagierte "befremdet und betroffen" auf den Ortswechsel des "Idolino". Ohne Absprache mit ihr wurde die Marmorskulptur des schönen Jünglings vom Turmzimmer des Schlosses schnöde neben die Vitrine im Eingangsbereich versetzt.

An dieser Stelle kommt die Kopie eines antiken Vorbildes nicht zur Geltung und die Figur steht, zumal ihres Sockels beraubt, recht ungeschützt.