Sommertour durch den Kreis Ahrweiler

Andrea Nahles macht im Sinziger CAP-Markt Station

Andrea Nahles (links) mit Mitarbeitern von Caritas und CAP-Markt in Sinzig.

Sinzig. Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat im Rahmen ihrer Sommertour den CAP-Markt Sinzig besucht, ein Unternehmen der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe, eine der größten Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Behinderung.

Marktleiter Markus Selesnew informierte die Bundestagsabgeordnete während eines Rundgangs über die Personalsituation und das Warenangebot des vor vier Jahren eröffneten Marktes. "Betreiber dieser Märkte, die im Südwesten Deutschlands stärker vertreten sind als im Norden, sind immer soziale Einrichtungen. Wir haben zehn Mitarbeiter, darunter sechs Menschen mit Behinderungen."

Zu drei Festangestellten, einer von ihnen hat einen Budgetarbeitsplatz, kommen eine Praktikantin, ein Mitarbeiter in Berufsvorbildung und einer mit ausgelagertem Arbeitsplatz: "Wir müssen mindestens eine Quote von 40 Prozent erfüllen, um als gemeinnützig zu gelten."

Oft werden die Beschäftigten durch die Caritas Werkstätten vermittelt. "Wir arbeiten eng zusammen", betonen Frank Zenzen, Leiter der Sinziger Einrichtung, und Marktleiter Selesnew. Zenzen: "Der Übergang von der Werkstatt in den CAP-Markt ist sehr attraktiv. Man kann im geschützten Rahmen feststellen, ob die Interessenten wirklich den Belastungen und Anforderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt gewachsen sind".

"Schön kühl hier", empfindet es Nahles beim Obst, wo sie nach einem Fotostopp den Beschäftigten freundlich "fürs Modell stehen" dankt. Da der Markt wirtschaftlich arbeiten soll, verzichtet er auf das anfangs geführte Frischfleisch. Es wurde nicht genug nachgefragt. Mit besonderen Aktionen umwirbt man den Kunden.

Nach dem Motto "So nah so gut" gibt es im Laden Weine der Region, Marmeladen, Produkte vom Hof Blasweiler. "Da war ich letztes Jahr", kann Nahles das Integrationsprojekt der Lebenshilfe Ahrweiler sofort abrufen. Und Selesnew fallen zu 2012 verkaufte "zweieinhalb Tonnen Erdbeeren" ein.

Die Besucherin nimmt nicht nur den regionalen Ansatz positiv wahr: "Sie haben eine Bio-Ecke, das find ich auch schön, da kaufe ich gern für meine Tochter und ich persönlich meine, manche Sachen schmecken einfach besser". Mit Blick auf die Kundschaft stellt sie fest, "ich sehe, der Markt ist für ältere Menschen gut erreichbar", was Selesnew bestätigt. Er führt als Serviceleistung die Lieferung frei Haus an.

Dafür ist Dennis zuständig. Früher arbeitete er in der Werkstatt, dann sieben Jahre im Gartenbau, wie er Nahles Auskunft gibt. Corinna hatte zuvor Erfahrungen bei einem Außenpraktikum und im Integrationskindergarten Bachem gemacht. Janina, die zwei Jahre in der Caritas-Wäscherei gearbeitet hat, ist "viel lieber" im Markt tätig, wo sie mit den Kollegen Ware einräumt, Regale optisch ansprechend auffüllt und den Kunden beim Einkauf hilft.

Konzentriert und doch locker verläuft der Streifzug zwischen Warenkörben und Regalen. Plötzlich steuert Nahles zielstrebig auf einen Ständer zu. "Ich werde hier dieses Problem behandeln", sagt sie, präsentiert ihre Laufmasche und kauft sich eine Strumpfhose. Weitere Stationen von Nahles Sommertour am gestrigen Donnerstag im Ahrkreis waren die Naturschutzherberge Altenahr, in Dernau die Schreinerei Holzwürmer und in Bad Neuenahr das Schulungshotel Lucullus für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf.