Sturz am Teufelsloch in Altenahr

47-jährige Kölnerin erliegt ihren Verletzungen

ALTENAHR. Die 47-jährige Frau, die am Sonntagnachmittag an der Felsformation "Teufelsloch" hoch über Altenahr abstürzte, ist tot. Sie erlag noch am selben Abend in der Bonner Uniklinik ihren schweren Verletzungen.

Laut Frank Linnarz, Feuerwehrchef der Verbandsgemeinde Altenahr, war die Frau einen etwa 15 Meter tiefen Felsvorsprung hinabgestürzt und in der Nähe eines Wanderwegs liegengeblieben. Dort wurde sie von einer Spezialtruppe der Feuerwehr gefunden und zum Rettungshubschrauber gebracht.

15 Feuerwehrleute umfasst die Einheit "Absturzsicherung" der Altenahrer Feuerwehr. Leute, die sich in den Ahrbergen auskennen, regelmäßig Rettungseinsätze trainieren und auch über Spezialgerät wie Rettungstragen und Winden verfügen. "Wir haben vier bis sechs Einsätze pro Jahr", sagte Linnarz am Mittwoch dem GA.

Wobei die abgestürzten Personen in der Regel die Wanderwege verlassen hätten. "Das sollte keiner tun", sagt Altenahrs Verbandsbürgermeister Achim Haag, der erst jüngst mit dem Roten Kreuz 29 sogenannte Rettungspunkte am 35 Kilometer Rotweinwanderweg, den jährlich 100.000 Wanderer frequentieren, vorgestellt hatte.

Diese sind so angelegt, dass sie von Rettungsfahrzeugen erreicht werden können. Auf den Etappen sind die Punkte ausgeschildert, die Punkte haben Codes. So weiß die Leitstelle, dass - wenn im Notruf zum Beispiel "RWW 15" durchgegeben wird -, sich der Verunglückte an einem Punkt oberhalb von Bad Neuenahr-Ahrweiler befinden.

Die komplette Maßnahme wurde ehrenamtlich eingerichtet und war ein Pilotprojekt unter Federführung von DRK-Rettungsdienstleiter Lothar Backes und Arzt Frank-Peter Kaesler vom DRK-Kreisvorstand.

"System funktioniert grundsätzlich überall"

An eine mögliche Erweiterung des Systems auf den Ahrsteig und den Ahr-Radweg ist gedacht. "Denn das System, so Kessler "funktioniert grundsätzlich überall". Indes raten der Eifelverein und Frank Linnarz Wanderern im Ahrgebirge "dringend dazu, die Wege nicht zu verlassen".

Auch im Internet beschriebene Wege, wie zur Engelsley, die nicht offiziell ausgeschildert sind, sollten gemieden werden. Wehrchef Linnarz: "Der Weg ist nicht ungefährlich. Da gibt es Klettersteigpartien, ab denen sich Leute dann nicht mehr vor oder zurück trauen." Selbstüberschätzung sei für Wanderer ebenso gefährlich wie das falsche Schuhwerk.

Außerdem wäre es hilfreich, wenn Wanderer über Karten oder ein Handy mit GPS-Daten verfügen würden. "Dann müssen wir nicht, wie im Frühjahr geschehen, alle Wehren der Mittelahr per Sirene alarmieren, um einen gemeldeten Verunglückten zu suchen", sagte Linnarz.