"Wir hoffen, bleiben zu können"

Modellflugclub Landskrone hat Sorgen wegen Windrädern

Faszination Modellflug: Interessierte jeden Alters umringen die Vereinsmitglieder beim Schnupperflugtag in der Grafschaft.

Faszination Modellflug: Interessierte jeden Alters umringen die Vereinsmitglieder beim Schnupperflugtag in der Grafschaft.

Grafschaft . Der Schnupperflugtag stand diesmal im Zeichen des Jubiläums. Sorge bereiten den Aktiven Windräder, die in der Nähe ihres Vereinsareals geplant sind.

Bei strahlendem Sonnenschein surrte die Luft über den Obstplantagen der Grafschaft zwischen Vettelhoven und Eckendorf von den Motoren der Modellflieger des Modellflugclubs (MFC) Landskrone. Der alljährliche Schnupperflugtag, an dem sich auch noch ungeübte Interessierte am Modellfliegen ausprobieren können, stand in diesem Jahr unter einem besonderen Zeichen. Seit nunmehr 40 Jahren wird diesem Hobby in Vereinsform gefrönt und so nutzten die Mitglieder die sommerlichen Temperaturen ebenfalls, um auf dieses Jubiläum anzustoßen.

Wer seinen Weg über die sandigen Feldwege im Schatten des Haribo-Gebäudes auf den grünen Rasen des MFC gefunden hatte, der konnte nach kurzer Einführung auch schon direkt in die Lüfte starten. Per Lehrer-Schüler-Kabel wurden die Fernbedienungen miteinander verbunden, was im Notfall den blitzschnellen Übergang in erfahrene Hände ermöglichte.

Auch wurde der erste Flug mit einem langsameren, dafür aber stabilen und robusten Modell bestritten. Der Begeisterung der auswärtigen Besucher tat dies keinen Abbruch. „Wir hoffen über diese Aktion den ein oder anderen zu begeistern“, erzählte Karsten Braun, Vorsitzender des Clubs.

Momentan verfügt der Verein über 93 Mitglieder, darunter etwa 15 Jugendliche. Nachwuchs ist also gerne gesehen bei den Landskronern, deren Vereinsgeschichte in der Nähe des Köhler Hofs begonnen hat. Eine Handvoll Modellflugbegeisterte um Bert Friesecke und Peter Maier fragte damals einen ortsansässigen Bauern, ob sie auf einem seiner brachliegenden Felder ihrem Hobby frönen dürften. Nachdem der Landwirt zunächst seine Zustimmung gab, wurden ihm die Flieger bald lästig und man musste sich einen neuen Landeplatz suchen.

So kam es 1979 zur Gründung des MFC. Doch lange sollte die Ruhe nicht währen. Im Jahr der Vereinsgründung mussten die Flieger dem Golfplatz weichen und bezogen ihr neues Quartier in Ringen.

Mit Ausbreitung des Industriegeländes war nach 25 Jahren auch dieser Flugplatz Geschichte und man zog etwa einen Kilometer weiter an die heutige Stelle. Mit Blick in die Zukunft wird die Standort-Frage wieder virulent. „Die Planung ist noch relativ am Anfang“, so Braun, aber die geplanten Windkrafträder könnten den Fliegern die Fluggenehmigung für ihre bis zu 25 Kilogramm schweren Modelle kosten.

Seiner Meinung nach wäre eine Gefahr eigentlich auszuschließen, die Behörden seien aber zunächst einmal skeptisch. Ausweichflächen sind jedoch ebenfalls nicht auszumachen: „Wo willst du denn hier noch hin?“ Doch so schnell werden die Landskroner die Flinte nicht ins Korn werfen. „Wir hoffen, dass wir hier bleiben können.“ Im Glanz des Jubiläums, bei Deftigem vom Grill, Sonnenschein und Runden mit den liebevoll modellierten Fliegern, war für solche trübe Gedanken den Rest des Tages kein Platz mehr.