Mahnmal am "Lager Rebstock"

Gedenkstätte für die Marienthaler Zwangsarbeiter

So soll die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ Rebstock aussehen. Im März 2017 soll sie fertiggestellt sein.

So soll die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ Rebstock aussehen. Im März 2017 soll sie fertiggestellt sein.

MARIENTHAL. Pavillon und Obstbäume sollen am früheren KZ-Außenlager Rebstock ein Mahnmal bilden. Die Erinnerungsstätte soll im März 2017 fertiggestellt werden.

Das 1943 in Marienthal errichtete „Lager Rebstock“ gehört zu den in Vergessenheit geratenen Außenlagern des nationalsozialistischen Lagersystems. Seine Geschichte gibt einen Einblick in die Verflechtungen von Rüstungsindustrie, Kriegsführung, von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit im NS-Staat. In den letzten beiden Kriegsjahren wurden dort mehr als 200 Häftlinge aus zwölf Nationen zur Zwangsarbeit genötigt, darunter auch Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Viele überlebten die unmenschlichen Haftbedingungen und die schweren Misshandlungen nicht. Nun soll eine Gedenkstätte für die Opfer geschaffen werden.

Zum einen soll mit der Gedenkstätte Geschichte aufgearbeitet werden, zum anderen soll die Darstellung des Unrechts Erinnerungs- und Mahnstätte sein. Das Grundstück vor dem ehemaligen Eingang des Regierungsbunkers in Marienthal tangiert die Gemeinde Grafschaft, die Verbandsgemeinde Altenahr und auch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Alle drei wollen sich an den Kosten für das Projekt beteiligen. Nach den ersten Planentwürfen soll die nicht mehr vorhandene frühere Bahntrasse zwischen den Kuxberg- und Trotzenberg-Tunneleingängen durch eine Allee mit 18 Obstbäumen angedeutet werden. An zwölf dieser Bäume, die jeweils für die Herkunftsländer der Zwangsarbeiter stehen, ist die Anbringung einer Tafel mit den Namen der Häftlinge vorgesehen.

Mitten in der Anlage, so der Plan, könnte ein Info-Pavillon gebaut werden, in dem die Geschichte des Lagers Rebstock und der Zwangsarbeiter auf sechs Schautafeln dargestellt wird. Die 20.000 Euro kostende Erinnerungsstätte könnte im März des nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Der Sozial- und Kulturausschuss der Gemeinde Grafschaft befürwortete das Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung. Vorausgegangen waren „Runde Tische“ zum Thema und mehrere Treffen einer Initiativgruppe, die mit dem Projekt betraut sind.