Reaktion auf Verkauf in Ahrweiler

Erinnerung an die Schulzeit auf dem Calvarienberg

Das erste Klassenfoto von Marianne Koll, geb. Watzner (sitzend rechts) im Jahr 1953 mit Klassenlehrerin Mutter Thoma Angelika.

Das erste Klassenfoto von Marianne Koll, geb. Watzner (sitzend rechts) im Jahr 1953 mit Klassenlehrerin Mutter Thoma Angelika.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele schöne Erinnerungen kommen bei Marianne Koll (75) aus Ahrweiler hoch, wenn sie an ihre Schulzeit auf dem Calvarienberg zurückdenkt.

Geschockt hatte sie auf die Nachricht reagiert, dass die Ursulinen nach 187 Jahren Ahrweiler im Sommer 2017 verlassen und Kloster sowie Kirche verkaufen werden (der GA berichtete).

Ihre beiden Töchter sind dort ebenso zur Schule gegangen wie sie und ihre Schwester Rosemarie Wollersheim in den 1950er Jahren. Ihre Tochter Stefanie Koll-Bensberg wurde dort auf dem Berg vor zehn Jahren getraut, die beiden Enkel sind als Messdiener aktiv. Marianne Koll ist dem Aufruf des General-Anzeigers gefolgt, der Redaktion ein historisches Foto zuzusenden und die eigenen Gedanken zu notieren.

1952 kam Marianne Watzners Familie nach Ahrweiler. Mit 13 Jahren besuchte sie als Sextanerin dann den Berg, den sie mit der Mittleren Reife als Schulabschluss verließ. Ihr erstes Klassenfoto hat sie dem GA zur Verfügung gestellt.

„Ich erinnere mich gerne an die Schwestern zurück, die uns unterrichtet haben. Zu unserer Klassenlehrerin mussten wir noch 'Mutter' Thoma Angelika sagen. Wir hatten sie in Deutsch, der schöne Klostergarten war damals unser Schulhof. Noch heute habe ich das Poesiealbum, in das Schwester Birgit, damals noch Fräulein Heidi Kehl, hineingeschrieben hat. Der Handarbeitsunterricht bei ihr war immer eine fröhliche Stunde. Turnen mussten wir stets mit Turnröckchen und im Winter über unseren langen Hosen Röcke anziehen.“

Der Jahrgang von Marianne Koll möchte sich am 1. April 2017 zum Abschied auf dem Calvarienberg ein letztes Mal treffen. „Wenn wir bislang Klassentreffen hatten, dann war unsere erste Anlaufstelle immer die Klosterpforte. Für Generaloberin Schwester Maria Monheim, deren Schwester Monika eine Klassenkameradin von uns war, war es selbstverständlich, uns in der Kirche zu empfangen. Nach einem kurzen Gebet gingen wir dann durch die ganze Schule und das Internat, in dem die beiden Monheim-Schwestern, waschechte Kölner Mädchen, in ihrer Schulzeit untergebracht waren.“

Für sie sei es selbstverständlich gewesen, dass ihre Töchter Birgit und Stefanie die Schule auf dem Berg besuchten. „Heute geht mein Enkel Paul dorthin. Den Schwestern, die den Berg verlassen müssen, wünsche ich Gottes Segen und alles Gute.“ Vieles wird Marianne Koll vermissen, so auch die Parade der Ahrweiler Aloisiusjugend, die nach dem Königsschießen immer im Klostergarten stattfand.