Laga in Bad Neuenahr

Entwürfe für Grünanlagen zur Landesgartenschau vorgestellt

BAD NEUENAHR. Die Landesgartenschau 2022 entlang der Ahr nimmt erste klare Konturen an. Im nächsten Jahr beginnen die Bauarbeiten. Nun wurden die Entwürfe zur Neugestaltung der Grünanlagen präsentiert. Der Vorschlag eines Berliner Büros überzeugte die Jury.

Auf dem Weg zur Landesgartenschau 2022 ist die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler einen entscheidenden Schritt vorangekommen: In der Konzerthalle am Kurpark – einem der zentralen Orte der „Laga“ – wurden die nach vorausgegangener Ausschreibung eingereichten Wettbewerbsentwürfe zur Neugestaltung der städtischen Grünanlagen präsentiert. Zwölf Landschaftsarchitekten hatten ihre Arbeiten einer aus externen und lokalen Fachleuten bestehenden 27-köpfigen Jury vorgelegt. Das Siegerbüro „bbz Landschaftsarchitekten“ kommt aus Berlin. Der Entwurf wurde mit einem Preisgeld in Höhe von 45 000 Euro bedacht.

Die Planung gilt als Vorentwurf, der eine grobe landschaftsarchitektonische Richtung für die Gestaltung der Daueranlagen der Landesgartenschau vorgibt. Im Sommer soll mit den Preisträgern des Wettbewerbs in Vergabeverhandlungen getreten werden. Denn denkbar ist auch, dass es in der späteren Umsetzung zu einer Mixtur aus verschiedenen Ideen und Elementen der eingereichten Arbeiten kommen wird.

„Jetzt geht es richtig los“, freute sich der Bürgermeister der Kreisstadt, Guido Orthen. Viele Inspirationen und Ideen seien von dem Wettbewerb und den eingereichten Arbeiten der verschiedenen Landschaftsarchitekten ausgegangen. „Unsere Aufbruchstimmung werden wir nun noch einmal intensivieren“, meinte der Stadtchef. Er wies darauf hin, dass es in den baulichen Umsetzungsphasen sicherlich noch so manchen Bürgerärger geben werde. Das spätere Ergebnis – so zeigte er sich überzeugt – werde jedoch Verdruss und Belästigungen vergessen machen.

Fünf Arbeiten wurden von den Juroren mit Preisen bedacht. Der fünfte Platz – ein Anerkennungspreis – wurde mit 10 000 Euro belohnt, auf Rang vier kam ein Bonner Büro, das 14 000 Euro erhielt. Die ersten drei Plätze (45 000 Euro, 30 000 Euro und 21 000 Euro) gingen allesamt an verschiedene Berliner Landschaftsarchitekten. Auch der Gewinner des Anerkennungspreises kam aus der Hauptstadt.

Alle Arbeiten können von interessierten Bürgern in der Konzerthalle bis zum 20. Mai begutachtet werden. Die Ausstellung wird täglich von 9 bis 21 Uhr zu besichtigen sein.

„Wir freuen uns sehr“, sagte Timo Hermann, der mit seinem insgesamt fünfköpfigen Architektenteam den Wettbewerb gewonnen hat. Deren Planung sieht vor, einzelne Bad Neuenahrer Parkteile besser miteinander zu verbinden. „Es gibt hier so viele Perlen, die wir nun aneinanderreihen wollen“, sagte der Preisträger. Vor allem das Ahrufer soll „aktiver“ Teil der Planung werden. Dies mit weiträumigen Treppen, Terrassierungen, Rampen, Stufenanlagen, Sonnenterrassen und Erlebniszonen an den – zumindest nach der Planung – optisch und funktional stark verbesserten Promenaden, die durch Entzerrungen viel stärker als bisher Fußgängerbelange und Radfahrerinteressen berücksichtigen sollen.

Vorhandene Parkfragmente werden im Entwurf des Siegerbüros zu einer großen Parklandschaft entlang der Ahr entwickelt. „Dabei werden die vorhandenen Elemente nicht überformt, sondern in ihrer Besonderheit herausgearbeitet und gestärkt“, lobte die Jury.

2015 hatte der Bad Neuenahrer Stadtrat beschlossen, sich für die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahre 2022 zu bewerben. Im September 2016 hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer verkündet, dass die Stadt an der Ahr – trotz großer Konkurrenz durch andere Bewerberstädte – den Zuschlag erhält. Im Mai des vergangenen Jahres kam es dann zur Gründung einer „Durchführungsgesellschaft“. Hierbei handelt es sich um eine Partnerschaft zwischen der Stadt und dem Land. Mit der Vorlage der Wettbewerbsarbeiten der Landschaftsarchitekten für die dauerhaften Park- und Uferanlagen ist nun ein weiterer Schritt getan.

In 2019 soll es dann einen „Realisierungswettbewerb für die Ausstellungsflächen“ der Landesgartenschau geben. Im selben Jahr wird mit den Bauarbeiten begonnen, die im Winter 2021/2022 zum Abschluss kommen sollen. Im Frühjahr 2022 wird die „Laga“ eröffnet, im Winter kommt es dann zum Rückbau der Ausstellungsanlagen und zur Herrichtung der Parks für die dauerhafte öffentliche Nutzung.

Die Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler steht unter der Überschrift „Das blühende Leben“. Die Schau wird sich vom Apollinarisstadion im Osten entlang der Ahr bis nach Ahrweiler im Westen erstrecken.

Experten schätzen, dass im Zuge der Landesgartenschau rund 60 Millionen Euro in die Stadt und ihre Infrastruktur investiert werden. Dies aus öffentlichen wie auch aus privaten Mitteln. Die Stadt rechnet konservativ mit zumindest 800 000 Besuchern.