Neues Bibliotheksmagazin

Abtei Maria Laach investiert 2,87 Millionen Euro

MARIA LAACH. Die Benediktiner-Mönche am Laacher See haben ein ehrgeiziges Projekt umgesetzt und viel Geld investiert. Heute wird das neue Bibliotheksmagazin im ehemaligen Jesuiten-Kuhstall des Klosters eingeweiht.

Die Abtei Maria Laach hat die größte wissenschaftliche Bibliothek in privater Trägerschaft in Rheinland-Pfalz. Ihre Schwerpunkte sind Liturgica, Monastica und Theologie. Insgesamt umfasst die Sammlung 260.000 Bände, davon 9000, die vor dem Jahr 1800 geschrieben oder gedruckt wurden. Pro Jahr kommen rund 1200 Bände hinzu.

Fachkundig beraten wurden die Benediktiner um Abt Benedikt Müntnich beim Bau des Magazins von Armin Schlechter vom Landesbibliothekszentrum in Koblenz, das auch während der einjährigen Bauzeit die alten Drucke aufbewahrt und gesichtet hat. Umgebaut wurde der alte Kuhstall nach Plänen des Architektenbüros Hans-Josef Scheer aus Wassenach.

Abt Benedikt Müntnich nannte am Donnerstag Zahlen: Die Gesamtlänge der Regalböden im neuen Magazin beträgt sieben Kilometer. Investiert wurden insgesamt 2,87 Millionen Euro. Davon brachte die Abtei allein 1,2 Millionen Euro auf. An öffentlichen Zuschüssen gab es 760.000 Euro. Die Höhe der privaten Stiftungen, darunter auch die des Vereins der Freunde der Benediktinerabtei, betrug mehr als 900.000 Euro.

Ein Drittel des Gesamtbestandes an Bänden bleibt übrigens in der historischen Bibliothek, die für mehr als 500.000 Euro in Schuss gebracht worden ist. Ins Parterre des neuen Magazins kamen rund 150.000 Bände, der wertvolle Altbestand ist im besonders gesicherten und klimatisierten Obergeschoss untergebracht.

Der Abt: "Der größte Teil des Magazins bleibt somit vorläufig leer und soll dem weiteren Wachstum des Buchbestandes in den nächsten Jahrzehnten dienen." Zur heutigen Einweihung wird auch die Ausstellung "Bibliotheca Abbatiae beatae Mariae virginis ad Lacum. Zimelien aus der Bibliothek des Benediktinerklosters Maria Laach" eröffnet.

Sie zeigt 40 ausgewählte Werke aus den Altbeständen des Klosters, darunter sechs Handschriften und elf Inkunabeln, Drucke bis zum Jahr 1500, weiter Exponate vom 16. bis 20. Jahrhundert. Zu sehen sind dabei auch zwei Werke, die im Kloster selbst entstanden sind: ein handschriftliches Kapitelbuch von 1500 mit Ordensregel und dem Laacher Nekrolog sowie eine als "Liber Alvearius" betitelte Handschrift, die ein Mönch aus Maria Laach im Jahr 1504 angelegt hat mit Auszügen aus Werken der Kirchenväter und Predigten.