Neues Abfallsystem bewährt sich

42,3 Prozent weniger Restmüll im Kreis Ahrweiler

KREIS AHRWEILER. Werkleiter Sascha Hurtenbach sieht nicht unerhebliche Erfolge durch das neue Abfallsystem im Kreis Ahrweiler. Danach hat sich die Menge des Restmülls, der aus den grauen Tonnen abgefahren wurde, in Vergleich zu 2017 im vergangenen Jahr um 42,3 Prozent verringert.

Das "Jahr 1" für das neue Abfallwirtschaftssystem des Kreises Ahrweiler ist gelaufen. Die Gebührenbescheide sind in 62.000 Haushalte des Kreises Ahrweiler verschickt. Hat sich das neue Konzept mit sechs Pflichtleerungen der Restmülltonnen, fakultativ sind bis zu 13 Leerungen gegen Zusatzgebühr möglich, und Beteiligung der Bürger an den Einnahmen der Altpapiersammlung bewährt? Das wollte der General-Anzeiger von Sascha Hurtenbach als Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Kreises Ahrweiler (AWB) wissen.

"Unser Ziel war, die Restmüllmenge im Kreis Ahrweiler zu verringern", sagte Hurtenbach im GA-Gespräch. "Das ist uns gelungen", verweist der Werkleiter des Eigenbetriebes auf aktuelle Zahlen. Danach hat sich die Menge des Restmülls, der aus den grauen Tonnen abgefahren wurde, in Vergleich zum Jahr 2017 im Jahr 2018 um 42,3 Prozent verringert. In absoluten Zahlen bedeutet das: In den grauen Restmüllbehältern landeten im vergangenen Jahr im gesamten Kreis Ahrweiler 12.400 Tonnen Müll. Im Jahr zuvor waren es noch 21.500 Tonnen gewesen, die aus den privaten Haushalten abgefahren worden waren. Eine Differenz von 9100 Tonnen. "Das kann sich sehen lassen", findet Hurtenbach, der allerdings bei der Gewichtseinheit für Tonne (1000 Kilo) die international übliche Bezeichnung Megagramm verwendet. Denn Tonne ist für ihn das, wo der Müll reinkommt.

"Weniger Restmüll bedeutet für uns auch weniger Kosten", sagt Hurtenbach. Denn die Entsorgung pro Tonne Restmüll schlage für den AWB mit 150 Euro zu Buche, auch wenn dieser dann in der Bonner Müllverbrennungsanlage lande und dort zu Energie werde.

Weniger Restmüll bedeutet für den AWB aber gleichzeitig mehr Biomüll. Denn bedingt durch das zum 1.Januar vergangenen Jahres eingeführte neue Abfallsystem findet vieles den Weg in die braune Tonne, was früher im Restmüll landete.

Es wird besser sortiert

"Die Menschen sortieren einfach besser", sagt Hurtenbach. Es habe im vergangenen Jahr kaum bis Karneval gedauert, bis sich erste Erfolge der Info-Kampagnen des AWB in Sachen besserer Mülltrennung eingestellt hätten. So steigerte sich die Menge des Biomülls in 2018 um 32,4 Prozent von 12.100 Tonnen auf 16.100 Tonnen. Die Entsorgung des Biomülls kostet den AWB 80 Euro pro Tonne, ist also deutlich günstiger als der Restmüll.

Fürs Altpapier gibt es seit vergangenem Jahr Geld. Knapp acht Cent vergütet der AWB den Bürgern pro Kilo. Exakt sind es 0,07628 Euro. Aber auch das läppert sich zusammen. Immerhin steigerte sich der Inhalt der blauen Altpapiertonnen, die an den Müllwagen gewogen werden und wie auch die grauen Tonnen mit den Daten des jeweiligen Haushalts gechippt sind, um vier Prozent von 11.200 Tonnen in 2017 auf 11.700 Tonnen in 2018. Die Vergütung des AWB für das Altpapier an die Haushalte betrug folglich gerundete 893.000 Euro. Wie viel Bürger Mustermann für sein gesammeltes Altpapier bekommen hat, kann er in seinem Gebührenbescheid nachlesen.

Dort ist auch en Detail aufgedröselt, wann und wie viel Kilo Altpapier abgefahren wurden, wie oft und wann die Restmülltonne geleert wurde und wie die Differenz zum früheren Gebührenbescheid aussieht. Kaum eine Differenz gibt es hingegen beim Sperrmüll. Da lag das Aufkommen wie in den Vorjahren bei rund 3000 Tonnen, für die die Entsorgungskosten für den AWB pro Tonne 105 Euro ausmachen. Konstant ist auch die Menge Müll geblieben, die bei den Dreck-weg-Tagen der Kommunen von ehrenamtlichen Helfern eingesammelt wurde: "Rund 65 Megagramm", sagt Hurtenbach, also 65.000 Kilo Dreck aus Land und Flur.

Letzteres ist für den Werkleiter Beweis dafür, dass Befürchtungen von vor einem Jahr, das neue Abfallsystem würde zu einer Steigerung bei wilden Müllablagerungen führen, "unbegründet waren". Hurtenbach ist jedenfalls mit seiner ersten Bilanz zufrieden. Wichtig sei für ihn, dass man beim Thema Müll merke, dass "die Menschen eine neue Sensibilität für einen achtbaren Umgang mit der Umwelt entwickelt haben. Die Zahlen sprechen Bände."

Dass es bei 62.000 Haushalten lediglich 45 Widersprüche von Bürgern gegen das neue Müllsystem gegeben habe, spreche ebenfalls für das Konzept. Fünf Widersprüche sind noch beim Kreisrechtsausschuss anhängig.