Ahrweiler Adenbachhütte

1000 Besucher feierten die zehnte Auflage von "SchlAhrVino"

Nicht nur Frauensache: Ein spritziger Blanc de Noir mundet als leichter Sommerwein.

AHRWEILER. "Die Resonanz ist einfach überwältigend." So freute sich Heiko Schäfer über den Erfolg der zehnten Auflage der Veranstaltung "SchlAhrVino". Ausrichter war die gleichnamige Jungwinzervereinigung, deren Chef Schäfer ist. Mit mehr als 1000 Besuchern an der Ahrweiler Adenbachhütte wurde der Vorjahres-Rekord von 900 Gästen übertroffen.

Damit sei, so Schäfer, das wichtigste Ziel des Zusammenschlusses von mehr als zwei Dutzend jungen Winzern aus 13 Betrieben entlang der Ahr erreicht: "Wir möchten die Weine von der Ahr einem jüngeren Publikum und geselligen Menschen aus der Region näher bringen." Erneut sei es gelungen, haargenau die Zielgruppe zu treffen, die für die Zukunft des Weinbaus an der Ahr von besonderer Bedeutung sei: junge und jung gebliebene Menschen zwischen 18 und 55 Jahren mit einem ausgeprägten Sinn für Genuss, Qualität und Lebensfreude.

Schon beim Aufstieg zur Hütte in den Weinbergen erlebten die Gäste eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Vereins, denn an drei Ständen hatten sich die Gründungsmitglieder augenzwinkernd als "Alte Reben", die später Hinzugekommenen als "Ertragsanbau" und die in diesem Jahr neu beigetretenen Mitglieder als "Junganlage" präsentiert.

Gemütlich war das Ambiente rund um die Adenbachhütte selbst. Die Gäste saßen auf Bänken und ungezählten Strohballen. Sie genossen die Tropfen von SchlAhrVino zu Flammlachs, Döppcheskooche oder Wildbratwurst.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre hatte man den Platz vor der Adenbachhütte etwas umgestaltet, um den Platz angesichts der erwarteten Besuchermassen besser ausnutzen zu können. So war die Bühne ganz an den Rand gerückt worden, und wenn der irische Musiker "Cantal" einmal eine Pause machte, schweiften die Blicke des Publikums in die Wingerte und auf die Altstadt.

Meterhohe Blumenpyramiden, Fackeln und um Mitternacht als Überraschungsgast die Burlesque-Tänzerin "Nathalie" aus Nürnberg sorgten zusätzlich für Stimmung.

Jedes beteiligte Weingut durfte zwar einen eigenen Wein präsentieren, doch besonders beliebt war die Gemeinschaftsproduktion "SchlAhrVino 2012", ein im Barrique gereifter trockener Spätburgunder. Als Hommage an die deutsche Weinkönigin Julia Bertram aus Dernau ziert deren Porträt das elegante Etikett. Schließlich ist die ranghöchste deutsche Weinmajestät aktives Mitglied bei SchlAhrVino und im Vorstand als Schriftführerin tätig.

Gemeinsam hatten die Jungwinzer festgelegt, welche Trauben mit welchem Mostgewicht und welcher Struktur dafür von jedem Mitglied beizusteuern waren. Sämtliche Beeren wurden an einem einzigen Tag zum vorher festgelegten Zeitpunkt gelesen und anschließend noch als Trauben verschnitten. Im Keller der Weinmanufaktur Dagernova bauten die Nachwuchswinzer daraus einen eleganten Wein mit fester Struktur aus, der Anfang des Jahres auf 1500 Flaschen gezogen wurde und am Samstag erstmals in den Verkauf kam.

Ohnehin gilt für den Winzernachwuchs an der Ahr nur eine Devise, so Schäfer: "Miteinander ist besser als gegeneinander." In so einem kleinen Weinanbaugebiet müsse man einfach zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Man lerne nicht nur voneinander, sondern bei diversen gemeinsamen Exkursionen in andere Weinbaugebiete auch von den dortigen Entwicklungen. Nur mit stetiger Lernbereitschaft und dem Mut zum Blick über den Tellerrand könne man auf Dauer das gemeinsame Ziel sichern, die Qualität der Weine im Ahrtal hochzuhalten.