Verkehr in Bad Neuenahr

Umgehung geht in die Verlängerung

BAD NEUENAHR. Entlastungsstrecke der Heerstraße soll statt 2015 jetzt 2017 fertig sein. Die Baukosten sollen aber nach derzeitigen Stand konstant gehalten werden.

Eigentlich sollten längst Autos über die Umgehungsstraße in Bad Neuenahr fahren und die täglich von fast 20 000 Fahrzeugen gebeutelte Heerstraße entlasten. Pustekuchen. Das Bauschild "B 266 Neubau der Umgehung Bad Neuenahr  bis Ende 2015" wurde schon Anfang vergangenen Jahres in "Ende 2016" korrigiert und jetzt durch "Ende 2017" ersetzt. Dann soll es aber endlich so weit sein. Das sagt Axel Erikson, Leiter der Fachgruppe Projektmanagement des Landesbetriebs Mobilität (LBM).

Im Gespräch mit dem General-Anzeiger erläuterte der Mann aus Koblenz, der für die größte Baustelle im nördlichen Rheinland-Pfalz zuständig ist, die Probleme, die zum "sehr deutlichen Verzug" führten und noch führen. Denn am Anfang lief alles ziemlich glatt. So stand bereits im Sommer 2010 "Im Dellmich" das erste Brückenbauwerk für die insgesamt 1,8 Kilometer lange Umgehung.

Als es danach aber an den Bau der Tunnel ging, wurde klar, dass es eng auf der Baustelle wird. "Wir konnten nicht gleichzeitig bauen", erklärte Erikson, "weil das mit der Zufahrt zu den Baustellen nicht so klappte, wie es geplant war." Also wurden die Tunnel "Im Muckental" und "Bergstraße" nacheinander statt parallel gebaut.

Geologie erschwert die Bauarbeiten

Das kostete wertvolle Zeit. Insgesamt zwei Jahre wurde an der 445 langen und bis zu sieben Meter hohen Stützwand zwischen Tunnel "Bergstraße" und dem Schwertstal gebaut. Auch da machte die Geologie dem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung. 

Die Tunnel sind nun fertig, auch die Stützwände zwischen ihnen. Seit Dezember 2014 wird an den Stützwänden zwischen der Brücke "Im Dellmich" und dem Tunnel "Im Muckental" gearbeitet. Diese sollten parallel gebaut werden, was aber erneut wegen der Enge der Baustelle nicht klappte. Mit dem Abschluss der Arbeiten an den knapp zehn Meter hohen Stützwänden rechnet Erikson in diesem Frühjahr. Die Verzögerung ging folglich "in die Monate".

Zulieferer ging Konkurs

Da spielte ein Problem, dass es im Sommer 2015 gab, kaum noch eine Rolle: "Der Zulieferer einer Firma war Konkurs gegangen. Dem Unternehmen ist es jedoch gelungen, Ersatz zu finden. Das hat gerade einmal zwei Wochen gedauert", sagte Erikson. Das sei Glück gewesen. Eine neue Ausschreibung hätte dadurch nicht erfolgen müssen. 

Jetzt soll nach mittlerweile mehr als fünf Jahren Bauzeit eine Art Endspurt folgen. Hermann-Josef Hein vom Baubüro des LBM an der Bad Neuenahrer Heerstraße sieht Licht am Ende des Tunnels und nennt die weiteren Schritte: "Im Frühjahr beginnt die Instandsetzung der Brücke Schwertstal. Im Sommer soll dann der erste Abschnitt des Straßenausbaus vom Dellmich bis zum Schwertstal folgen."  

Im Herbst gehe es dann an die Tunnelausstattung "Muckental" und "Schwertstal".  Der Straßenbau von der Autobahnabfahrt A 573, das ist die Abfahrt von der A 61 in Richtung Bad Neuenahr, bis zum Dellmich soll im Frühjahr 2017 beginnen. Im Sommer 2017 folgen schließlich die Lärmschutzwände, Beschilderung, Markierung sowie Schutz- und Leiteinrichtungen.

Trotz aller Verzögerungen hat Bernd Cornely, Chef des Landesbetriebs Mobilität, eine positive Nachricht: "Die veranschlagten Baukosten von 40 Millionen Euro, hinzu kommen 7,5 Millionen Euro für den Grunderwerb, können nach dem derzeitigen Stand eingehalten werden." Er geht wie seine Kollegen davon aus, "dass am aktuellen Bauschild keine Jahreszahl mehr geändert werden muss".