Novum in der Kreisstadt

Erste Fahrradstraße in Heppingen

Die Heppinger Brücke soll die erste Fahrradstraße in Bad Neuenahr werden. Die Fahrbahn für Autos wird auf 1,75 Meter reduziert.GÜNTHER SCHMITT

Die Heppinger Brücke soll die erste Fahrradstraße in Bad Neuenahr werden. Die Fahrbahn für Autos wird auf 1,75 Meter reduziert.GÜNTHER SCHMITT

KREISSTADT. Die Heppinger Brücke wird die erste sogenannte Fahrradstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dafür votierte der Stadtrat einstimmig. Bei der Bewerbung um die Landesgartenschau ist auch die Meinung der Bürger gefragt.

Noch vor eineinhalb Jahren sah der Heppinger Ortsbeirat die Schließung der Heppinger Brücke als einzige Möglichkeit zur Verkehrsentlastung an. Problem: Die kurze Verbindung zu Heimersheim mit seinen Geschäften würde wegfallen. Jetzt wurden die Karten neu gemischt. Herausgekommen ist nach entsprechenden Empfehlungen der beiden Ortsbeiräte am Montagabend im Stadtrat eine Premiere. Die Heppinger Brücke wird die erste sogenannte Fahrradstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dafür votierte der Stadtrat einstimmig.

Fahrradstraße bedeutet nach den Ausführungen des Ersten Beigeordneten, Detlev Koch, dass neben Radlern und Fußgängern auf einem nur noch 1,75 Meter breiten Streifen das Befahren mit Autos und motorisierten Zweirädern erlaubt ist. Für diese gilt dann Tempo 30 bei Regelung des Gegenverkehrs durch Schilder. Blaue Flächen auf dem Asphalt an beiden Seiten vor der Brücke sollen die Fahrradstraße kenntlich machen. Für diese können jedoch im Rathaus Ausnahmegenehmigungen von Landwirten für Traktoren oder von Zulieferern für Lastwagen beantragt werden.

60 000 Euro sind für die Umsetzung des Projektes unter Einbindung des Ahrradweges eingeplant. Diese soll ab den Sommerferien als Teil der „kontinuierlichen Umsetzung des Radwegeplanes“ beginnen. Ein Umstand, der quer durch alle Fraktionen begrüßt wurde. Manfred Kolling wünschte sich für die CDU die Prüfung eines analogen Verfahrens im Bereich der Bachemer Brücke. Bislang seien jedoch nur Mittel für Heppingen eingestellt, betonte Koch, anerkannte aber Kollings Anliegen.

Auch Wolfgang Schlagwein von den Grünen appellierte, weitere Stellen „ins Auge zu fassen“, trat für ein komplettes Radwegekonzept mit Abzweigern ein und begrüßte die bereits erfolgte Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer. Ursula Koll brachte es für die SPD auf den Punkt: „Autofahrer müssen sich daran gewöhnen, nicht mehr die erste Geige zu spielen.“

Mit ins Orchester will die Kreisstadt die Bürger in Sachen Bewerbung Landesgartenschau holen. Da sind laut Koch Ideen und Mitwirkung gefragt. Die Stadt hat dafür auf dem Stadtportal eigens eine Online-Plattform einrichten lassen. Unter www.bad-neuenahr-ahrweiler/laga2022 können Bürger per Online-Formular ihr persönliches Feedback zur Landesgartenschau abgeben. Formulare liegen in den Bürgerbüros Ahrweiler und Bad Neuenahr aus.

Schließlich soll es am Samstag, 20. Februar, ab 10 Uhr im Rathaus einen Workshop geben: „Da kann jeder mitarbeiten“, warb Koch im Rat um größtmögliche Beteiligung. Entsprechende Ingenieurleistungen für die Bewerbungsunterlagen hat der Rat an zwei Büros in Trier vergeben. Dies auch unter dem zusätzlichen Sonderthema „klimaneutrale Landesgartenschau“.

Neutral hatten die Experten Roland Fritz und Piet Sellke die Bürgerbeteiligung zum Twin moderiert. Ihren Abschlussbericht stellten beide im Rat noch einmal vor. Tenor: Neubau eines Hallenbades auf dem Twin-Gelände, Finanzierung durch Zuschüsse, Grundstücksverkäufe und zeitlich befristete moderate Erhöhung der Grundsteuer sowie Einbindung der Bürger in die Planungen (der GA berichtete).

Runde Tische und Foren wurden von allen Fraktionen positiv bewertet, auch als Lernprozess in Sachen Beteiligung gesehen. Wobei Christoph Kniel (CDU) und Jörn Kampmann (SPD) aber auch klar machten, dass der Rat das Entscheidungsgremium in einer repräsentativen Demokratie sei.

Und Schlagwein erinnerte nicht ohne Süffisanz an den einstigen Antrag seiner Faktion, das neue Hallenbad am alten Standort zu bauen, was quasi deckungsgleich mit dem Ergebnis der Moderation sei: „Man muss vielleicht erst verlieren, damit man am Schluss gewinnt.“

Als nächstes werden sich der Sportausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Twin befassen. Dies auch unter Einbindung der noch laufenden Beratungen der Arbeitsgruppe Sportplätze mit den Vereinen. Ein Grundsatzbeschluss, wie es beim Twin weitergeht soll dann am Montag, 7. März, im Stadtrat fallen, kündigte Bürgermeister Guido Orthen an.