Kiga Rauschendorf

Zieht die Kirche sich früher zurück?

KÖNIGSWINTER. In der Pfarreiengemeinschaft am Oelberg gibt es nun offenbar Stimmen, die dafür plädieren, dass sich die katholische Kirche alsbald freiwillig aus der Trägerschaft des katholischen Kindergartens in Rauschendorf zurückzieht und damit nicht bis zum Auslaufen der Trägerschaft am 31. Juli 2013 wartet.

Zu dem Zeitpunkt hat die Stadt Königswinter der Kirche die Trägerschaft gekündigt. Bekanntlich hatte es Streit um die Kündigung der Kita-Leiterin wegen deren Trennung von ihrem Ehemann und einer neuen Beziehung gegeben.

Dem Vernehmen nach hat der Pfarrgemeinderat (PGR), der aus Vertretern aller fünf Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg besteht, sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Trägerschaft schon vor dem Kündigungstermin abzugeben. Diese Empfehlung soll an den Kirchengemeindeverband (KGV) gehen, der am 4. April in der Sache beraten wird und alleine entscheidungsbefugt ist.

Pastor Udo Maria Schiffers wollte zu dem Thema auf Anfrage nichts sagen. Die Empfehlungen müssten zuerst dem KGV kommuniziert werden. Indes sieht der Kirchenrechtler Thomas Schüller im Streit zwischen Stadt und Erzbistum ein "einmaliges Politikum".

Die Entlassung der Mitarbeiterin durch das Bistum entspreche war kirchlichen Normen, sei aber nur als "ultima ratio" anzusehen. Der Rechtsgelehrte aus Münster meint, rigoroses Vorgehen in allen Fällen, in denen Mitarbeiter der Kirche nicht so leben, wie deren Morallehre es fordere, sei praktisch ausgeschlossen.