USA ohne Stimmrecht beim Klimaschutz

<b>Die Köpfe</b> beugten die Schüler aus der ganzen Republik über die Unterlagen, die sie für das Planspiel der UN-Vollversammlung mitgebracht hatten.

<b>Die Köpfe</b> beugten die Schüler aus der ganzen Republik über die Unterlagen, die sie für das Planspiel der UN-Vollversammlung mitgebracht hatten.

Schüler aus dem ganzen Land simulierten im Plenarsaal des ehemaligen Bundestags in Bonn eine UN-Vollversammlung

Bonn. Etwas unsicher sitzen einige der Jugendlichen anfangs im Plenarsaal des ehemaligen Bundestags. Doch das geht schnell vorbei. Wenig später positionieren sie sich lässig wie Polit-Profis in den blauen Stühlen. Zum fünften Mal spielten Schüler aus allen Bundesländern und von deutschen Schulen im Ausland beim "Schüler-Planspiel United Nations SPUN" UN-Vollversammlung. Diskussionen und Resolutionen drehten sich allesamt um das Thema "Kampf der Kulturen - Risiko Friedenskultur?"

In den Ausschüssen debattierten die Schüler, nachdem sie sich wochenlang auf die Tagung vorbereitet hatten, über dringende Probleme dieser Welt. Professionalität allerorten: SPUN-Generalsekretärin Anne Royston aus dem hessischen Königstein fasste am Rednerpult die Ausschuss-Debatten: "Der Sicherheitsrat hat der NATO ein Mandat für die Entwaffnung in Mazedonien erteilt."

Aids in Afrika, das Verbot von Uranmunition und die Verurteilung der Taliban-Politik in Afghanistan waren nur einige der weiteren Themen, über die entschieden wurde. Wie bei einer richtigen Vollversammlung der Vereinten Nationen. "Die USA bekamen ihr Stimmrecht in Klimaschutzfragen entzogen, genauso wie bei der UNO", erklärt Axel Rosen, SPUN-Pressesprecher. Die SPUN ist ein Projekt des Zentrums für Friedenskultur in Siegen, unterstützt wird es von der Stadt Bonn und dem Heinz-Kühn-Bildungswerk in Köln sowie Sponsoren aus der Wirtschaft. Nachdem sich die Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Projekt zurückgezogen hatte, fand sich schnell neue Unterstützung. "Beim Heinz-Kühn-Bildungswerk haben die Organisatoren offene Türen eingerannt", erzählt dessen Mitarbeiter Wolfgang Bosbach.

Der Rückzug der Ebert-Stiftung kam überraschend für die Organisatoren Dragan Jovanovic und Sebastian Hartmann. Für die beiden, die das Projekt schon seit Jahren vergrößern wollten, war es jedoch auch ein zusätzlicher Ansporn.

Es blieb ein halbes Jahr für die Vorbereitung. "Nach dem Schock haben wir bewiesen, dass wir das Projekt in Rekordzeit organisieren können. Die besondere Ehre für uns ist, dass die Kooperationspartner den Wert der Sache erkennen", erzählt Hartmann und freut sich über die "faire Zusammenarbeit" der Jugendlichen im Vorfeld von SPUN 2001. Eine besondere Ehre für die Jugendlichen war die Botschaft, die ihnen der Leiter des Informationszentrums der Vereinten Nationen in Bonn, Axel Wüstenhagen, überbrachte: "Die UN braucht den Optimismus und die Energie der Jugend, um ihre Ziele umsetzen zu können." Kein geringerer als UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte ihm aufgetragen, den Jugendlichen diese indirekte Aufforderung, sich an Politik zu beteiligen, zu überbringen.