US-Konzern will in ehemalige Landesvertretung

<b>"Seht her, </b> meine Nummer 4":</b> Nach dem Kauf des ehemaligen Domizils der Rheinland-Pfälzer nennt Marc Asbeck jetzt vier frühere Landesvertretungen sein eigen.

<b>"Seht her, </b> meine Nummer 4":</b> Nach dem Kauf des ehemaligen Domizils der Rheinland-Pfälzer nennt Marc Asbeck jetzt vier frühere Landesvertretungen sein eigen.

Bonner erwirbt früheres Domizil der Rheinland-Pfälzer an der Heussallee

Bonn. Die ehemalige Landesvertretung von Rheinland-Pfalz in der Heussallee hat einen neuen Besitzer. Der Bonner Immobilienkaufmann Marc Asbeck hat das Gebäude gekauft und verhandelt nach eigenen Angaben derzeit mit vier Miet-Interessenten, wobei die Gespräche mit einem amerikanischen Konzern, der unter anderem auch Rechtsberatungen für die Vereinten Nationen durchführt, am "aussichtsreichsten" verliefen, sagte Asbeck dem GA.

Das US-Unternehmen mit Sitz in Dallas und Denver, das bisher noch keine Niederlassung in Deutschland unterhält, zeige "großes Interesse" an Bonn - vor allem deshalb, weil gegenüber der Heusaallee der UN-Campus eingerichtet wird. Die Bonner UN-Einrichtungen ziehen in diesem Jahr mit mehr als 600 Mitarbeitern in den Langen Eugen und das ehemalige Bundeshaus um; zudem wird ab Ende 2005 mit dem Bau des Internationalen Kongresszentrums Bundeshaus Bonn (IKBB) begonnen, das vorrangig für UN-Konferenzen genutzt werden soll. Asbeck: "Das amerikanische Unternehmen käme im Januar 2006 mit 70 bis 80 neuen Mitarbeitern nach Bonn; das wäre eine tolle Sache für die Stadt."

Der bisherige Eigentümer, der Verein "Bundes-Pensions-Service für Post und Telekommunikation", wird voraussichtlich bis kommendem Oktober seinen Sitz in der Heussallee behalten. Wo die 21 Mitarbeiter, die pro Jahr rund 6,5 Milliarden Euro an die 271 000 ehemaligen Beamten von Telekom, Post und Postbank auszahlen, dann ihre Schreibtisch aufstellen werden, steht noch nicht fest. Der Verkauf der Immobilien ist Konsequenz eines Rüffels des Bundesrechnungshofes. Der hatte im vergangenen Jahr moniert, dass der Erwerb der Liegenschaft durch den Pensions-Service "nicht wirtschaftlich" war.

Marc Asbeck, der in der Kurt-Schumacher-Straße bereits die ehemaligen Landesvertretungen von Saarland, von Hessen und Schleswig-Holstein sowie die frühere ägyptische Residenz gekauft und vermietet hat und derzeit gegenüber vom Presseclub in der Heinrich-von-Brüning-Straße für den "Rheinischen Merkur" einen Neubau errichten lässt, peilt bereits den Kauf einer weiteren Immobilie im Bundesviertel an - die drei früheren Abgeordneten-Appartementhäuser an der Heussallee. Die zweigeschossigen Gebäude stehen unter Denkmalschutz und sollen nach dem Willen von Landeskonservator Professor Udo Mainzer erhalten bleiben.

Arno Hübner, Stadtdirektor und IKBB-Projektleiter, bestätigte dem GA gegenüber, das Marc Asbeck ihm gegenüber sein Interesse an den Bauten bekundet hat. Er werde die Offerte an den Investor des Kongresszentrums weiterleiten, sagte Arno Hübner: "Derzeit müssen wir aber noch die Feinplanung abwarten, denn die Häuser werden wahrscheinlich weitgehend in das IKBB einbezogen, zum Beispiel als Büroflächen für die Kongressverwaltung."

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