Quarzabbau: CDU beantragt im Regionalrat Moratorium

RHEIN-SIEG-KREIS. Zeit gewinnen will die CDU im Regionalrat der Bezirksregierung Köln, wenn es um die Entwicklung des Quarzabbaus in der Region geht. Für die Sitzung am Freitag beantragt sie, dass sich die Bezirksregierung bei der Landesregierung für ein befristetes Moratorium einsetzt.

Solch eine Sperre hatten unter anderem schon die Landschaftsschutzvereine gefordert. Nach Willen der CDU im Regionalrat sollen Anträge für den Abbau von hochreinem weißen Quarzkies solange von den Unternehmen zurückgestellt werden, bis der Regionalplan geändert ist. Nach wie vor muss geklärt werden, wo eine Konzentrationszone ausgewiesen wird - seit Jahren ein Streitthema. Im Juli hatte der Regionalrat beschlossen, dass die Bezirksregierung die Gebiete Weilerswist-Nord, Riedmar (ehemals "Sonnenhof") bei Bornheim, Witterschlick-Süd sowie das Areal zwischen Flerzheim und Buschhoven noch einmal prüfen soll. Auf Basis der Ergebnisse soll der Regionalplan geändert werden. Weil das Zeit kostet, gleichzeitig aber schon Unternehmen Abbau-Anträge gestellt haben, soll nun das Moratorium her. Die Bezirksregierung legt dem Regionalrat einen fast hundertseitigen Prüfungsbericht vor, der die Umweltauswirkungen der vier möglichen Abbau-Standorte beleuchtet.

Die Eingriffe in die Landschaft sind demnach überall erheblich, besonders in Weilerswist, wo das Abbaugebiet eine FFH-Zone tangieren würde. Deshalb hält der RP diesen (vom Regionalrat ursprünglich gewünschten) Standort nach wie vor für den schlechtesten. CDU und Grünen reicht die Begründung zu Weilerswist nicht aus; die Bezirksregierung soll hier konkreter werden, beantragen die beiden Fraktionen. Auch beim Standort Flerzheim haken sie nach: Hier soll die Behörde klären, ob das potenzielle Abbaugebiet sich mit einer geplanten Aufforstungsfläche des aktuellen Tagebaus der Quarzwerke am Kottenforst überschneidet. pd