Pompöse Klänge in der Region

"Lobet den Herrn des Himmels"

Sankt Thomas Urfeld: Zur Wiedereröffnung der Kirche spielten die Musikfreunde.

01.05.2012 WESSELING-URFELD/BORNHEIM-HERSEL/BORNHEIM. Ganz musikalisch: Sankt Thomas Urfeld, Sankt Aegidius Hersel und die Bornheimer Versöhnungskirche sind zu Konzertsälen geworden.

Mit pompösen Klängen ging es los. Nicht umsonst bezeichneten die Musikfreunde Urfeld ihr Kirchenkonzert als einen "Belastungstest für Sankt Thomas". "Besonders das erste Stück ist bombastisch. Wenn die Kirche anschließend noch steht, waren die Reparaturarbeiten gut", scherzte Hans Werner Voß, Geschäftsführer des Vereins. Tatsächlich stand alles noch, nachdem das sinfonische Blasorchester den Abend mit "Music for a solemnity" von Jan de Haan eröffnete.

Nach fast drei Jahren war es das erste Mal, dass die Urfelder ein Kirchenkonzert gaben. Als im Januar die Restaurationsarbeiten vorwiegend am Gewölbe der Pfarrkirche begonnen hatten, war für die Musiker sofort klar, dass sie der Wiedereröffnung eine feierliche Note verleihen wollten. "Wir haben drei Hochzeiten bei uns im Verein, wofür wir sowieso proben. Deshalb ist auch ein respektables Repertoire an Kirchenmusik entstanden", so Voß.

Vor rund 100 Zuhörern zeigten die 44 Musikfreunde unter der Leitung von Martin Kirchharz ein vielseitiges und kurzweiliges Programm. Dazu gehörte eine Überarbeitung von Johann Sebastian Bachs "Arioso" genauso wie das "Concertino", das zusammen mit der Sopranistin Ellen Reger vorgetragen wurde. Sie war die erste der Solistinnen und erhielt besonders viel Applaus.

Weitere Solistin war Julia Reckendrees (Sopran) aus Köln, die das "Panis angelicus" sowie das "Pie Jesu" sang. In Gedenken an den Gründer des Jugendorchesters und ehemaligen Dirigenten der Musikfreunde, Hartmut Karl, erklang "Nimrod" von Edward Elgar. (mx)

Bornheim-Hersel. Dass sie ein eingespieltes Ensemble sind, bemerkte der aufmerksame Zuhörer sofort. Mit einem in der Hauptsache der Barockzeit gewidmeten Konzert stellten Natalia, Jan und Stanislaw Kadlubicki und Seelsorgebereichsmusiker Joachim Stahl in der Herseler Pfarrkirche Sankt Aegidius ihre gute, langjährige Zusammenarbeit wieder einmal unter Beweis.

Stahl brachte zunächst die unterschiedlichen Klangfärbungen der Register an der frisch renovierten und rekonstruierten Klais-Orgel von 1905 bei seinem Solo von Samuel Wesley eindrucksvoll zum Klingen. Dass er aber auch ein Impulse gebender Begleiter ist, bewies er in Werken von Bach, Buxtehude und Pachelbel. In den unterschiedlichen Besetzungen mit zwei Violinen und Saxofon boten die Musiker einfühlsame Interpretationen. Die alte Musik wirkte dabei durch die Ausführung mit Sopransaxofon erstaunlich jung.

Zu einem spannungsgeladenen Auftritt geriet das Präludium aus der Partita E-Dur von Johann Sebastian Bach. Natalia Kadlubickis Violinensolo überzeugte durch fein ausdifferenzierte Spieltechnik und Fingerfertigkeit. Für das Konzert d-moll BMV 1060 von Bach begaben sich die Musiker vor den Altarraum zum begleitenden Klavier. Das Werk gelang in seiner Ausführung so leicht und locker, dass sich die Freude am Musizieren auf das begeisterte Publikum übertrug.

Der Schluss des Konzertes gehörte der Romantik. Dabei beeindruckte der erst zwölfjährige Jan Kadlubicki bei einer Melodie aus der Oper "Orpheus und Eurydike" von Christoph Willibald Gluck mit sanftem, feinem Geigenstrich und einer reifen Interpretation. Für den herzlichen Beifall dankte er mit einer Zugabe. (sba)

Bornheim. Musik des Frühbarock traf auf meditative Stücke der Romantik bei der Abendmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge in der Versöhnungskirche unter dem Motto "Musik aus England". Vor mehr als 50 Gästen spielte Paul Geffert an der Orgel, und der Bornheimer Posaunenchor führte Barockmusik von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und von anderen Komponisten der Epoche auf.

Zu hören waren auch romantische Stücke der englischen Komponisten J.E. West und H. Balfour Gardiner. Mit dem 148. Psalm "Lobet den Herrn des Himmels" von N. Lemmons und der Evening Hymn von Balfour Gardiner für Orgel und Bläser hörten die Besucher zwei musikalische Raritäten, erklärte der Leiter des Posaunenchors, Michael Geffert. (khs) (sba/khs/mx)