Bahnstrecke Bonn-Euskirchen: Ausbau noch dieses Jahr

Auf der Bahnbrücke bei Impekoven ist das Bett fürs zweite Gleis schon vorhanden.

RHEIN-SIEG-KREIS. Vier Haltepunkte und zweites Gleis der Voreifelstrecke sollen bis Ende 2013 fertig sein.

Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Bonn-Euskirchen (RB 23) mit vier neuen Haltepunkten rückt in Sichtweite. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres beginnen und Ende 2013 fertig sein, wenn der neue Betreibervertrag zwischen dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) und der DB Regio in Kraft tritt. Derzeit arbeiten die Bahn, das Land und der NVR an einem Realisierungs- und Finanzierungsvertrag, der Details für die Umsetzung des 30-Millionen-Euro-Projekts regelt. "Wir sind absolut im Soll", sagt NVR-Sprecher Holger Klein mit Blick auf den Zeitplan. "Noch in diesem Jahr rollen die Bagger."

Die Bahnstrecke sollte bereits um die Jahrtausendwende ausgebaut sein, doch verzögerten Planung und Finanzierungsfragen immer wieder die Umsetzung. Durch den Bau der vier neuen Haltepunkte (Endenich-Nord, Helmholtzstraße in Duisdorf sowie Alfter-Impekoven und Rheinbach-Römerkanal) erhoffen sich das Land und die Bahn mehr Fahrgäste: Ihre Zahl soll einem Bahn-Gutachten zufolge von 14.700 auf 19.300 pro Tag steigen.

Anpassung der Infrastruktur

Damit sich die Fahrtzeit - zurzeit regulär 41 Minuten von Bonn nach Euskirchen, 39 Minuten in der Gegenrichtung - nicht verlängert und die Anschlüsse gewahrt bleiben, muss die Infrastruktur angepasst werden. Heißt: Zwischen Witterschlick und Duisdorf wird ein zweites Gleis gebaut, so dass Begegnungsverkehr möglich ist und lästige Zwangshalte entfallen. Der Abschnitt zwischen Witterschlick und Bahnhof Kottenforst bleibt eingleisig, weil der Bau eines zweiten Gleises dort als zu aufwendig gilt. Grund ist ein geologisch labiler Hang, der abgestützt werden müsste.

In Rheinbach entsteht zudem eine Wendeanlage. Auch sollen die Züge schneller fahren. Ende 2013 kommen Fahrzeuge des neuen Typs Coradia Lint 54/81 auf die Schiene, die rasant beschleunigen und mehr Sitzplätze bieten als die bisherigen Züge. Optisch ähneln sie den Talent-Triebwagen, die seit 1999 auf der 34 Kilometer langen Voreifelstrecke fahren.

Höhere Geschwindigkeit

 Im Bonner Güterbahnhof soll ein 1,3 Kilometer langer Streckenabschnitt so hergerichtet werden, dass die RB 23 laut Bahnsprecher Dirk Pohlmann in beiden Richtungen bis zu 80 Stundenkilometer fahren kann. Bislang können die Züge dort teilweise nur mit Tempo 40 entlangzuckeln. Dieser Bauabschnitt ist der einzige, für den es noch keinen Planfeststellungsbeschluss gebe, so Pohlmann weiter.

Er nannte auf Anfrage zudem Details zu den neuen Haltepunkten: Die Bahnsteige sind 170 Meter lang und barrierefrei. Bei den Stationen Rheinbach-Römerkanal und Helmholtzstraße sind Fußgängerunterführungen mit Rampen vorgesehen. Die Haltestelle Endenich-Nord ist über Rampen und Treppen an die Straße "Auf dem Hügel" und an die Siemensstraße angebunden, die Bahnsteige in Impekoven an den Ahrweg.

Der Fahrplan wird Ende 2013 erweitert. Besonders abends sind mehr Fahrten vorgesehen, an Sonn- und Feiertagen fahren die ersten Züge früher als bislang. Ansonsten bleibt es laut NVR beim 15-Minutentakt in den Hauptverkehrszeiten sowie beim 30- beziehungsweise 60-Minutentakt in den verkehrsärmeren Zeiten.