Aus dem Klassenzimmer in die Vollversammlung

<b>Treffen im Stadthaus:</b> 200 Schüler aus Deutschland und aus deutschsprachigen Schulen simulieren die Vereinten Nationen.<br>

<b>Treffen im Stadthaus:</b> 200 Schüler aus Deutschland und aus deutschsprachigen Schulen simulieren die Vereinten Nationen.<br>

200 Schüler aus ganz Deutschland simulieren in Bonn eine Sitzungswoche der UN

Bonn. (amr) Diskutieren, debattieren, verhandeln - mehr als 200 Schüler aus ganz Deutschland und deutschen Schulen in Mexiko, Ägyten oder Chile trafen sich im Foyer des Stadthauses zur Eröffnung des Schüler-Planspiels United Nations 2003 (SPUN). Bei diesem Planspiel simulieren die Schüler seit 1996 im alten Bundestag eine Sitzungswoche der Vereinten Nationen - nach der echten Geschäftsordnung, mit Resolutionen und einer Vollversammlung.

Und die vermeintlichen Diplomaten nehmen ihre Aufgabe ernst: Generalsekretär Djamal Marcel Adib geht im feinen Anzug und mit staatstragendem Blick langsam durch das Foyer, beäugt die Delegationen aus China, Amerika, Russland. Die haben sich auf die Woche gut vorbereitet.

Felix Kahlhöfer, Zwölftklässler aus Düsseldorf, war im vergangenen Jahr als Vertreter der USA dabei. Diesmal kämpft er für die diplomatischen Ansprüche Chinas. Er und sein fünfköpfiges Team haben sich im Internet über Infrastruktur und Probleme in dem Milliardenland informiert. Aus "Idealismus und Wissbegier", wie Kahlhöfer sagt. Das klingt nicht nach Pisa-Studien-Debakel.

Doch nicht nur die weltweiten Krisen beschäftigen die Teilnehmer und Organisatoren von SPUN. Es fehlt an Fördermitteln. Alex Rosen, Pressesprecher von SPUN und Chefredakteur der täglich erscheinenden Sitzungszeitung, schildert die Misere: "Wir bekommen kein Geld aus den Fördertöpfen für politische Bildungsarbeit, obwohl wir genau das in Reinkultur betreiben. Freiwillig, eigenfinanziert und selbstorganisiert setzen sich hier junge Menschen mit Weltpolitik auseinander."

Lediglich die Stadt Bonn und die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen fördern das Spiel. Doch Rosen verspricht: "Wir machen weiter und hoffen, dass unser gutes Konzept bald mehr Anklang bei den potenziellen Geldgebern findet."

Weitere Informationen unter www.spun.de.