Geständnis vor Gericht

Anlagebetrüger packt in Bonn aus

BONN/MECKENHEIM. Seine sechsstelligen Steuerschulden sind nach eigenen Angaben der Grund dafür, dass sich ein 66 Jahre alter Anlageberater aus Meckenheim zu einer Serie von Betrügereien hinreißen ließ. In dem Prozess vor dem Bonner Landgericht legte der Angeklagte jetzt ein umfassendes Geständnis ab.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen Dezember 2003 und September 2009 bei 25 Kunden einen Schaden in Höhe von 670.000 Euro verursacht zu haben. Die Masche: In der von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung räumte der gelernte Steuerfachwirt ein, von seinen Kunden persönliche Darlehen bekommen zu haben. Neben der Rückzahlung habe er den Anlegern hohe Zinsen versprochen.

Offenbar hatte der Angeklagte bereits 2003 einen Schuldenberg von mehr als zwei Millionen Euro angehäuft. Diese Fälle sind jedoch bereits verjährt. Den Angaben des 66-Jährigen zufolge hatte er sich Mitte der 90er Jahre Steuernachforderungen von mehr als 300.000 Mark gegenübergesehen. Diese resultierten anscheinend aus der Vermittlung und Finanzierung von Immobilien.

Als das Geschäft nicht mehr gut gelaufen sei, habe er begonnen, das von den Kunden geliehene Geld anzulegen - zunächst angeblich mit Erfolg. Dann hätten sich die hochspekulativen Anlageformen jedoch nicht mehr rentiert. Mit der Zeit habe er mit dem neu besorgten Geld nur seine laufenden Kosten decken können. Zumindest teilweise ausgezahlt habe er Kunden, die besonders großen Druck gemacht hätten.

Der Angeklagte betonte, dass es ihm leid tue, "das Vertrauen meiner Darlehensgeber missbraucht" zu haben. Nur wenige Kunden hätten von seiner desolaten finanziellen Situation gewusst. Doch auch diese hätten ihm weiter vertraut, da er stets beteuert hatte, dass die Probleme nur vorübergehend seien und die Anleger sich auf ihn verlassen könnten. Der Prozess wird fortgesetzt.